Auswärts in Oberriet wollten die Urner mit einem Sieg die rote Laterne an die Ostschweizer abgeben. Nach der Abwaage lag die Favoritenrolle bei den Urnern. Doch trotz dieser guten Ausgangslage und den positiven Resultaten der ersten Kampfhälfte drehten die St. Galler das Kampfgeschehen noch zu ihren Gunsten.
von: Caroline Bucher

Nach einem anfänglichen Abtasten wurde gegen Tinio Ritter die erste Aktivitätszeit ausgerufen. Stone Perlungher konnte diese jedoch nicht ausnutzen und ging selbst mit 0 zu 4 Punkten in Rückstand. Perlungher versuchte zwar immer wieder anzugreifen, doch Ritter konterte und baute seinen Vorsprung immer weiter aus. Erst in der letzten Kampfminute gelang es dem Urner durch einen gezielten, akrobatischen Sprung das erste Take-Down zu realisieren und selbst zu Zählbarem zu kommen. Der Oberrieter behielt jedoch die Oberhand und sicherte sich einen 10 zu 4 Punktesieg. In der höchsten Gewichtsklasse traf Simon Marti auf Janosch Kobler. Die Verstärkung aus Ufhusen bewies einmal mehr seine Klasse. Gleich in der ersten Aktion gelang ihm ein Wurf zur ersten Viererwertung. Beinahe mit einer identischen weiteren Aktion ging es mit den nächsten vier Punkten zur 8 zu 0 Führung weiter. Marti liess keine Sekunde nach und baute den Vorsprung immer weiter aus. Nach knapp zwei Kampfminuten wurde Kobler «erlöst» und Marti durfte sich als überlegener Sieger durch technische Überlegenheit bejubeln lassen (19:0). Sven Gamma konnte gegen Simon Kehl leider nicht zeigen, was in ihm steckt, denn der St. Galler musste verletzungsbedingt forfait geben. Michael Jauch hingegen machte gegen Ilir Fetahu einen guten Kampf. Die beiden Ringer neutralisierten sich lange Zeit gegenseitig. Gerade mal einen Punkt wurde bis zur Kampfhälfte zugunsten des Schattdorfer Coach’s Jauch vergeben. Ähnlich ging es in den zweiten drei Minuten weiter. Erst kurz vor Schluss konnte Jauch auf 4 zu 0 ausbauen, bevor der Rheintaler kontern konnte und zum 4 zu 2 Schlussresultat verkürzte. Simon Gerig traf auf einen sehr agilen und motivierten Janis Steiger. Steiger ging mit 3 zu 0 Punkten in Führung, doch Gerig fand immer besser in den Kampf und nahm fortan das Zepter in seine Hände. Gerig drehte den Kampf zur 5 zu 3 Führung. Steiger gab jedoch nicht auf und holte zum 5 zu 5 Punktgleichstand auf. Gerig wusste, dass jeder Mannschaftspunkt entscheidend ist und so legte er eine Schippe drauf. Er liess keine weiteren Punkte des Ostschweizers mehr zu und sicherte sich einen 9 zu 5 Punktesieg. Die Urner starteten sehr gut in den Kampfabend und führten zur Pause mit 13 zu 5 Punkten.
In der zweiten Halbzeit konnten sich die Urner noch zwei weitere Siege holen. Der ehemalige Internationale Nicolas Christen traf auf den 22-jährigen Internationalen Maurus Zogg. Beide Athleten sind ausgewiesene Greco-Spezialisten. Christen musste aufgrund seines passiven Kampfstils sowie einer Aktion am Mattenrand zwei Punkte an den Ostschweizer abgeben. Nach der Pause drehte der Urner den Spiess um und holte sich gleich mit der ersten Aktion durch einen Take-Down sowie einem Durchdreher die 4 zu 2 Punkteführung. Dies schien den jungen Zogg wachzurütteln und die beiden Athleten lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe. Zogg gelang es mittels einem Take-Down auszugleichen. Am Ende behielt jedoch Christen knapp die Oberhand und sicherte sich einen 4 zu 4 Punktesieg. Umso deutlicher war das Kampfgeschehen zwischen Peter Zberg und Flavio Freuler. Freuler startete sehr abgeklärt und überzeugt in den Fight. Er konnte die Bodenlage mit gleich zwei Durchdrehern und einem Wurf zur 9 zu 0 Führung ausbauen. Zberg gelang es nicht zu Punkten zu kommen, da sich Freuler stets sehr aufmerksam zeigte und jegliche Angriffsversuche des Urners abblockte. Kurz nach der Kampfhälfte konnte Freuler sein Konto weiter aufstocken und punktete den Urner mit 16 zu 0 aus. Sven Epp bekam es mit dem zwölf Jahre älteren Milan Krizsan zu tun. Beiden Akteuren gelang es in der ersten Kampfhälfte nicht eine punktereiche Aktion zu lancieren, so war der Passivitätspunkt gegen Epp das einzige Zählbare auf dem Konto des Ostschweizers. In der zweiten Halbzeit holte sich Epp seinerseits einen Punkt und konnte ausgleichen. Eine weitere Aktivitätszeit liess Krizsan erneut in Führung gehen, doch Epp konnte die Gunst der Sekunde nutzen und glich mit einem Push-Out zum Punktesieg (2:2) aus. Kim Besse ist bei den Urnern ein altbekanntes, bewährtes Verstärkungs-Eisen. Er traf auf den rund neun Jahre jüngeren Nicolas Steiger. Doch dieser liess sich nicht vom Altersunterschied beirren und gab von Beginn weg den Takt an. Besse musste sich immer wieder in der Defensivearbeit beweisen und konnte seinerseits keine Punkte holen. So musste sich der Walliser mit der Niederlage und dem Endergebnis von 0 zu 5 Punkten zufriedengeben. Die Punktetafel zeigte vor dem letzten Kampf des Abends einen 17 zu 14 Punktevorsprung für die Urner an. Benjamin Gander würde ein einziger Punkt im Fight gegen Andreas Vetsch ausreichen, um seinem Team mindestens ein Remis zu sichern. Vetsch musste vor kurzem an der Aktiv-WM ein frühes Aus in der Qualifikationsrunde hinnehmen und wollte in der Mannschaftsmeisterschaft wieder auf die Siegesstrasse zurückfinden. Mit einem Punkt aus der Bodenlage, einer Viererwertung sowie zwei weiteren Punkten zog Vetsch dem Beckenrieder in den ersten drei Minuten davon. Obwohl sich Gander mit Händen und Füssen zu wehren versuchte, gelang es ihm nicht das Duell über die volle Kampfzeit zu erstrecken. Rund eine Minute vor Schluss konnte sich Vetsch als Sieger durch technische Überlegenheit feiern lassen und holte somit seinem Team den ersten Sieg der Saison 2023. Die Urner konnten sich nach einem missglückten Start zwar noch fangen und führten zur Pause mit 13 zu 5 Punkten, doch danach gab es eine regelrechte «Abwehrschlacht» und die Rheintaler drehten auf. Die Urner versuchten sich zwar mit Leibeskräften zu wehren, konnten jedoch die Niederlage nicht abwehren und verloren am Ende mit 17 zu 18 Punkten. Somit steht Schattdorf weiter sieglos am Tabellenende und muss sich für die Rückrunde etwas einfallen lassen, wenn sie die Ligaqualifikations-Tortur in den Play-Outs umgehen wollen. Am nächsten Samstag, 7. Oktober 2023 um 19:00 Uhr empfangen die Schattdorfer in der Isenringen Turnhalle in Beckenried die Mannschaft aus Willisau. Gegen die Luzerner wird die Rückrunde eröffnet und das Urner Fanionteam wird versuchen die Vorrundenniederlage von 12 zu 22 Punkten zu ihren Gunsten zu drehen.