Heimniederlage gegen Einsiedeln

Die Kämpfe gegen die Klösterdörfler sind stets hart umkämpft, enden jedoch meist zugunsten der Schwyzer. Im vergangenen Jahr gewannen die Einsiedler zwei Mal gegen Schattdorf. Dennoch stellten beide Teams ihre besten zehn Athleten auf die Matte und wollten die Punkte um jeden Preis zu sich nach Hause holen.

von: Caroline Bucher

Sven Epp gegen Yves Neyer

In der gut besuchten Isenringen Turnhalle in Beckenried trafen die Schattdorfer auf Einsiedeln. Geprägt von zwei Comebacks, dem Trainer Michael Jauch sowie der Teamstütze Nicolas Christen, lag Spannung in der Luft. Auch Champi, das Maskottchen des Nachwuchsprojekts «Future Champions» heizte die Stimmung, besonders bei den kleinsten Gästen, noch zusätzlich an. Stone Perlungher trug gegen Robin Biedener den ersten Heimkampf für Schattdorf aus. Er wurde auf diese Saison von Brunnen nach Schattdorf transferiert. Perlungher startete zwar etwas verhalten, blieb aber stets aktiv. Vor der Pause konnte er mit einem Beinangriff zum 3 zu 0 davonziehen. Hartnäckig und gezielt eröffnete er auch die zweite Kampfhälfte mit einem weiteren Take-Down, welcher mit einer Zweierwertung honoriert wurde. Perlungher hatte den Kampf voll in seinen Händen und holte sich einen klaren 10 zu 0 Punktesieg. Die Ufhusner Verstärkung Simon Marti bekam den sehr erfahrenen Einsiedler Sven Neyer vorgesetzt. Marti musste aufgrund seines passiven Kampfstils in der Bodenlage Punkte zum 0 zu 3 Rückstand abgeben. Nach der Pause konterte er mit einer Vierpunktewertung zur 4 zu 3 Führung. Doch gleich in der nächsten Aktion neutralisierten sich die beiden Akteure zum 5 zu 5 Zwischenstand. Es war sehr viel Zunder im Kampfgeschehen drin, in welchem beide mit ihren Angriffen zu punkten wussten. Neyer konnte seinen Vorsprung jedoch zurückerobern und zum 9 zu 6 Punktesieg ausbauen. Die beiden 61kg-Ringer Sven Gamma und Oleksandr Golin wussten, was sie erwartet. Sie trafen bereits mehrfach aufeinander, wobei Gamma in den Statistiken bis anhin den Kopf knapp vorne hatte. Golin, der Assistenztrainer des Nationalkaders, musste zuerst in die Banklage. Gamma münzte diesen Vorteil mit zwei Durchdrehern zur 5 zu 0 Punkteführung um. Der Urner blieb stets fokussiert und konnte die gegnerischen Angriffe abblocken. Golin hatte kein Rezept gegen den Schattdorfer und büsste eine weitere Passivität ein. Der Urner bewies eine taktisch gute Leistung und brachte einen 8 zu 0 Punktesieg über die Runde, wobei es in allerletzter Sekunde noch äusserst brenzlig wurde. Der Mannschaftstrainer Michael Jauch machte nach einer Verletzungspause gegen Andreas Burkard den ersten Kampf der Saison. Zu dieser Begegnung kam es bis anhin noch nie. Mit dem Wissen um die wichtigen Punkte und gestärkt von der geschlossenen Mannschaft im Rücken zeigten sich die beiden voll motiviert. Burkard konnte die ersten Punkte zur 4 zu 0 Führung auf sein Konto verbuchen lassen. Burkard‘s Kampfstil war etwas spritziger. Der Einsiedler wusste die Angriffe von Jauch stets abzuwehren und seinerseits für weitere Zähler zum 9 zu 0 Punkteendstand auszunutzen. Jauch zeigte einen umkämpften Fight und stellte sich einmal mehr in den Dienst der Mannschaft. Lars Neyer ging gegen Simon Gerig mit zwei Push-Outs und einem Beinangriff 4 zu 0 in Führung. Nach der Pause führte eine Aktion am Mattenrand zum vorläufigen 0 zu 8 für den Einsiedler. Gerig wusste, dass er Punkte holen muss und so versuchte er immer wieder anzugreifen. Sein Durchhaltewille zahlte sich aus und er konnte auf 2 zu 8 Punkte verkürzen. Neyer musste sich in der Defensive beweisen und verhinderte weitere Punkte des Urners. Trotz der Aufholjagt musste sich Gerig am Ende mit 2 zu 12 Punkten geschlagen geben. Mit einem knappen Pausenstand von 8 zu 9 Punkten war nach den ersten fünf Kämpfen noch alles offen und Spannung garantiert. Nicolas Christen eröffnete seine Saison verletzungsbedingt ebenfalls erst in der vierten Runde gegen Sascha Schmid. Christen zeigte sich gewohnt taktisch und nutzte die Bodenlage zur 7 zu 0 Punkteführung. Der seit knapp einem Jahr zurückgetretene Ex-Internationale Christen stockte sein Konto Punkt um Punkt auf. Schmid zeigte sich jedoch zäh und so kam es zum 10 zu 0 Punktesieg für Christen. Peter Zberg’s Rechnung ging nicht ganz auf. Trotz mehreren Angriffsversuchen blieb er gegen Michel Schönbächler lange Zeit punktelos. Doch beinahe konnte er seinen Gegner nach einem Konter auf den Schultern fixieren, doch Schönbächler kam mit einem blauen Auge davon. So lag der Punktestand nach den ersten drei Kampfminuten bei 6 zu 6 Zählern. Das Momentum kippte von einer Seite zur anderen, doch der Einsiedler hatte am Ende die Nase vorne und bezwang Zberg in einem hart umkämpften Duell mit 12 zu 8 Punkten. Die Gebrüder Neyer sind für die Klosterdörfler, was die Epp-Dynastie für Schattdorf ist. So trafen Sven Epp und Yves Neyer aufeinander. Mit einem Minimalvorsprung von einem Punkt ging Neyer in die zweite Kampfhälfte. Epp zeigte sich gegen den ehemaligen Internationalen sehr hartnäckig und gab Punkte nur sehr hart umkämpft ab. Beinahe hätte Epp noch Zählbares sichern können, doch die beiden trennten sich mit 0 zu 4 Punkten zugunsten des Schwyzers. Vor dem zweitletzten Kampf des Abends lag Schattdorf mit 12 zu 13 Punkten hinten. Dies wollte Lars Epp gegen Kay Neyer ändern. Der Kaderringer Neyer holte sich jedoch früh die Führung, welche er nach nur zwölf Kampfsekunden in der zweiten Kampfhälfte zum 16 zu 0 Sieg durch technische Überlegenheit aufstockte. Somit war mit dem Punktestand von 12 zu 17 vor dem letzten Kampf des Abends bereits klar, dass die Urner das Resultat nicht mehr zu ihren Gunsten drehen können. Benjamin Gander ist jedoch für sein grosses Kämpferherz bekannt und so trat er auch gegen Jan Faller sehr präsent auf. Gander ging mit 2 zu 1 Punkten in Führung, musste kurz vor der Pause jedoch den Ausgleich zulassen. Der Einsiedler startete besser in die zweite Kampfhälfte. Doch Gander bewies Nerven und konnte zum 4 zu 5 verkürzen. Einmal mehr wollte eine Sensation nicht gelingen und der Einsiedler entkam aus der bedrängenden Bodenlage. Der Beckenrieder lag kurz vor Schluss noch mit einem Zähler vorne, doch zeitgleich mit dem Schlusspfiff konnte sich Faller den knappen 8 zu 7 Punktesieg holen.

Somit mussten sich die Urner mit einem Endpunktestand von 19 zu 13 zum vierten Mal in Serie geschlagen geben. Sie belegen nach wie vor gemeinsam mit Oberriet-Grabs den fünften und letzten Tabellenrang. Genau gegen diese «Tabellenpartner» geht es am 30. September 2023 auswärts in der Sporthalle Bildstöckli um wichtige Punkte. Ein Sieg würde den Urnern erlauben die rote Laterne abzugeben und wichtige Arbeit hinsichtlich dem Saisonziel, der Play-Off-Qualifikation, zu leisten.