Mit dem letzten Saisonkampf gegen Willisau beenden die Schattdorfer Ringer die Mannschaftsmeisterschaft 2025. Entgegen den letzten Jahren müssen die Urner eine Null-Runde akzeptieren, in welcher sie keinen einzigen Tabellenpunkt ergattern konnten.
von: Caroline Bucher

In der Vorbereitung auf den letzten Show-Down gegen den mehrfachen Schweizermeister Willisau musste das Team um Trainer Michi Jauch und Coach Richi Gisler verletzungs- und krankheitsbedingt mehrere Rochaden vornehmen. Ganz in Schattdorfer Manier trat das Team jedoch wie gewohnt mit vereinseigenen Athleten an und stellte sich auch der letzten Herausforderung. Levin Tresch feierte gegen Manuel Zäch seine Premiere in der NLA. Zäch nahm das Kampfgeschehen in seine Hände und liess Tresch keine Chance auf Punkte. Er wehrte sich vehement mit Leibeskräften, verlor jedoch nach zwei Kampfminuten mit 0 zu 16 Punkten durch eine technische Unterlegenheit. Jürg Hutter startete gegen Christoph Waser eher passiv in den Kampf, wodurch der Beckenrieder mit 1 zu 0 in Führung gehen konnte. Anschliessend legte Waser noch vier weitere Punkte durch einen Beinangriff am Mattenrand obendrauf. Waser blieb auf dem Gaspedal und punktete immer weiter. Push-Out um Push-Out holte sich der Lokalmatador einen überlegenen 15 zu 0 Sieg durch technische Überlegenheit und unterstrich damit seine gute Saisonleistung einmal mehr. Thomas Epp dominierte das Kampfgeschehen gegen Matyas Kerecsanij von Beginn weg. Obwohl der Fight mehrfach durch Verletzungszeit unterbrochen wurde (Nasenbluten von Epp), liess sich der Flüeler nicht beirren und machte umso mehr Druck, bis er nach zwei Kampfminuten mit 16 zu 0 durch technische Überlegenheit gewann. Der auch im Schwingsport aktive Flavio Herger geriet gegen den Internationalen Ramon Betschart trotz starken Defensivaktionen früh in Rückstand. Aus dem Boden heraus gelang es Betschart nicht zu punkten und so ging es mit 0 zu 9 Punkten in die Pause. Herger wehrte sich mit allen Kräften und machte es dem Ostschweizer schwer zu punkten, konnte aber ein frühzeitiges Kampfende nicht abwehren (0:16). Sergio Gamma traf auf Dimitar Sandov. Sandov machte von Beginn weg Druck und ging früh in Führung. Diese gab er bis zum Schluss nicht mehr ab und punktete den Schattdorfer mit 0 zu 16 Zählern aus. Die ersten fünf Kämpfe wurden alle mit dem Punktemaximum für die beiden Mannschaften gewertet und so ging es mit einem Punktestand von 8 zu 12 in die Pause.
Lars Epp und Tobias Betschart eröffneten die zweite Kampfhälfte. Nachdem Epp mit einem Aktivitätspunkt in Führung ging, lancierte der Ostschweizer den ersten Angriff und führte mit 1 zu 2 Punkten. Im kräftezehrenden Duell versuchte Epp mehrmals einen Angriff zu lancieren, doch der Ostschweizer konnte entsprechend reagieren und punktete seinerseits. So gewann Betschart mit 1 zu 6 nach Punkten. Michael Epp stand dem Kriessener Dominik Laritz gegenüber. Epp konnte dem Kriessener lange Zeit die Stange halten, musste aber bis zur Pause 3 Punkte abgeben. Nach der Pause erhöhte Laritz die Pace und konnte sein Punktekonto immer weiter aufstocken bis zur technischen Überlegenheit (0:15). Yannick Epp bekam es mit dem grossgewachsenen Artemii Utochkin zu tun. Der Ostschweizer bestimmte den Kampf, doch Epp wehrte sich bestmöglich. Mit 0 zu 5 Zählern gingen die beiden Ringer in die Pause. Epp konnte durch seine Defensivarbeit einige Zähler abwehren, aber konnte die 0 zu 8 Punkteniederlage nicht abwehren. Leider wurde der grosse Einsatz des Seedorfers nicht mit Zählbarem belohnt. Peter Zberg reichte Sven Hutter die Hand. Zberg bewies gleich bei der ersten Aktion, dass er zu 100% bereit ist. Er konnte einen gefährlichen Angriff von Hutter abwehren und zu seinen Gunsten drehen (1:0). Aus der Bodenlage heraus holte sich Zberg vier weitere Punkte. Der Ostschweizer blieb stets gefährlich und Zberg musste sehr präsent sein, um gegnerische Punkte zu verhindern. Jede noch so kleine Chance wusste der Urner gekonnt auszunutzen und punktete sich zum 15 zu 0 Sieg durch technische Überlegenheit. Mit Aaron Zberg und Michel Steiger kam es zum letzten Showdown der Saison. Obwohl bereits feststand, dass sich Schattdorf keinen Sieg mehr holen kann, gab der Attinghausner nochmals alles. Zberg suchte nicht nur einen guten Saisonabschluss, sondern er suchte den Sieg. Mit fünf Punkten Vorsprung ging Zberg in die Pause. Steiger konnte sich am Mattenrand zwar noch den Anschlusspunkt holen, doch der Schattdorfer brachte einen 7 zu 1 Punktesieg ins Trockene. Am Ende stand das Resultat von 16 zu 23 Punkten auf der Anzeigetafel und Schattdorf musste die zehnte Niederlage der Saison hinnehmen.
Der Präsident Marco Gisler wendete sich anschliessend ans Publikum und gratulierte Michi Jauch zu seinem erfolgreich abgeschlossenen Trainer-Fachausweis. Ein grosses Dankeschön ging auch an die Personen, welche mit ihrer Arbeit eine Mannschaftsmeisterschaft überhaupt möglich gemacht haben. Insgesamt war die Saison 2025 eine schwierige Saison für die Schattdorfer. Sie mussten oft hohe Niederlagen einstecken und konnten – entgegen der letzten Jahre – keine Tabellenpunkte holen. Aber das Team konnte die Saison mit eigenen Leuten bestreiten und sind somit für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Die Langjährige Arbeit im Nachwuchsbereich und das Nachnehmen von Eigengewächsen wird sich in Zukunft auszahlen, so ist sich der Präsident sicher. Der neue Modus, welcher im nächsten Jahr umgesetzt wird, bietet für Schattdorf sicherlich eine spannende Ausgangslage und Chancen.
Nun kommt für die Ringerriege Schattdorf eine längere, wohlverdiente Pause bevor es dann im neuen Jahr wieder zur Sache geht.