Schattdorf fordert Leader Willisau heraus – Luzerner setzen sich durch

Die Ringerfans in der Schattdorfer Sporthalle bekamen am Samstagabend ein Spektakel geboten. Obwohl die Luzerner Gäste aus Willisau in der Favoritenrolle standen, stemmten sich die Urner beherzt gegen die Übermacht und lieferten dem Publikum intensive und emotionale Kämpfe.

Von: Caroline Bucher

Aaron Zberg voll fokussiert gegen seinen Kontrahenten Alain Heller

Momtaz Hossein Alizada lancierte bereits nach wenigen Sekunden den ersten Angriff, doch Abdul Rashid Hotak liess sich dadurch nicht beirren und leistete entsprechende Defensivarbeit. Hotak startete anschliessend den nächsten Angriff und holte sich die ersten Punkte. Momtaz bewies jedoch eine gute Defensive und kam ebenfalls an Zählbares. Der nächste Willisauer Angriff führte zum 2 zu 9 Punktezwischenstand, bei welchem es lange blieb. Nach der Pause konnte der Luzerner Hinterländer Alizada entsprechend auf dem Rücken blockieren und gewann mit einem Schultersieg. Christoph Waser duellierte sich mit dem Internationalen Samuel Scherrer. Waser, bekannt für seine Ruhe und defensive Stärke, liess sich nicht beirren und hielt konstant gegen den Willisauer an. Waser zeigte starke Defensivarbeit und verwehrte es dem Willisauer in der Bodenlage zu weiteren Punkten zu kommen. Kurz vor der Pause zündete Waser dann eine Angriffsrakete, schleuderte Scherrer regelrecht auf den Boden. Der Willisauer lag kurze Zeit auf dem Rücken, doch dieser fing sich schnell wieder und konnte sich befreien. So ging Waser mit 4 zu 1 Punkten in die Pause. Diesen Punktevorsprung konnte der Beckenrieder nicht nur verwalten, sondern legte mit einem ähnlichen Angriff am Mattenrand gar noch einen Zähler obendrauf. Das Publikum tobte und trieb Waser weiterhin an. Doch die Routine Scherrers machte sich im Durchgang bemerkbar: Der Willisauer kämpfte sich zurück und entschied den packenden Schlagabtausch in den Schlusssekunden mit 5 zu 7 Punkten für sich. Für Urner Jubel sorgte der Freistilspezialist Thomas Epp, welcher im ungewohnten griechisch-römischen Stil gegen Timon Zeder auf die Matte trat. Mit taktischer Cleverness erkämpfte sich Epp einen 2 zu 0 Punktesieg. Nick Scherrer holte sich nach rund zwei Minuten Kampfzeit gegen Sven Epp mit einem Beinangriff die ersten drei Punkte. Anschliessend konnte Scherrer seinen Vorsprung zum 0 zu 7 Pausenstand weiter aufstocken. Auch nach der Pause nutzte der Willisauer jede Chance auf Punkte aus und punktete den Urner mit 0 zu 16 aus. Ein schneller Beinangriff von Simon Gerig brachte den Urner mit 2 zu 0 in Führung. In der gleichen Aktion konnte Gerig noch zwei Zweierwertungen nachlegen und führte gegen Patrick Kurmann mit 6 zu 0. Der Schattdorfer liess nicht locker und holte sich noch vor der Pause weitere Punkte und liess sich somit frühzeitig zum Sieger durch technische Überlegenheit feiern. Mit diesem souveränen Sieg stand es zur Kampfmitte 7 zu 10 Punkten.

Lediglich eine Aktion, ausgelöst durch die Passivität auf Seiten des Urners, brachte Daniel Häfliger gegen Yannick Epp in Führung. Der Willisauer konnte mit zwei Punkten nachlegen, doch bei diesem 0 zu 3 Punktestand blieb es lange Zeit. Epp kehrte gestärkt aus der Pause zurück und versuchte den Fight aktiver zu gestalten, was jedoch nicht mit Punkten belohnt wurde. Doch Epp liess sich davon nicht beirren, blieb hartnäckig und konnte auf 2 zu 3 Punkte verkürzen und später auf 3 zu 3 nachziehen. Die Aufholjagt des Urners wurde leider nicht belohnt, denn eine Aktion am Mattenrand entschied am Ende über Sieg und Niederlage, mit dem besseren Ende für den Willisauer. Nach einer kurzen Aufwärmphase zwischen Michael Epp und Toni Rölli spitzte sich das Duell zu. Epp ging in der Bodenlage mit fünf Zählern in Führung, musste aber gleichzeitig in einer umstrittenen Szene ebenfalls zwei Punkte abgeben (5:2). Epp liess sich davon jedoch nicht beirren und zog sein Ding weiterhin durch (9:2). Epp zeigte sich sehr abgeklärt und konzentriert, was ihm am Ende einen 10 zu 2 Punktesieg einbrachte. Nach einem anfänglichen Abtasten zwischen Lars Epp und Tobias Portmann legte der Willisauer eine Schippe drauf und holte sich vor der Pause sechs Punkte. Auch nach der Pause dominierte der Luzerner das Kampfgeschehen und punktete den Seedorfer mit 0 zu 17 Punkten durch eine technische Überlegenheit aus. Aaron Zberg und Alain Heller begegneten sich lange Zeit auf Augenhöhe. Zberg ging lediglich durch eine Aktivitätszeit mit 1 zu 0 in Führung. Auch nach der Pause ging es ausgeglichen weiter, doch Zberg konnte sich mit zwei Aktionen weitere Punkte zum 4 zu 0 Punktesieg holen. Benjamin Gander geriet gegen Michael Portmann früh in Rückstand und musste sich stets in der Defensive beweisen. Der Luzerner Hinterländer dominierte das Kampfgeschehen nach Belieben und bezwang den Lokalmatador durch technische Überlegenheit (0:18).

Gemäss der Tabellensituation sowie der Erfahrung der letzten Jahre waren die Luzerner klar in der Favoritenrolle und gelten als Titelanwärter. Die Urner konnten nichts verlieren und bewiesen mehrfach, dass sie jedem Gegner gefährlich werden können. Schattdorf zeigte beherzte Kämpfe und bot dem heimischen Publikum mehr als nur «gute» Samstagabend Unterhaltung. Nach vier absolvierten Runden befinden sich die Urner mittlerweile allein am Tabellenende, da sich Kriessern gegen Oberriet-Grabs einen Sieg holte und sich diese beiden Teams nun den vierten Tabellenrang teilen. Genau gegen dieses Team aus Kriessern geht es am nächsten Samstag, 4. Oktober 2025 auswärts um die nächsten Punkte.