Am vergangenden Wochenende kam es in der SWISS Wrestling Premium League zu einem packenden Duell zwischen Schattdorf und Oberriet-Grabs. Bis zum allerletzten Kampf stand für beide Mannschaften noch alles offen. Beide Mannschaften konnten je fünf Duelle für sich entscheiden, dementsprechend knapp fiel auch das Endresultat aus. Wenige Punktedifferenzen in den einzelnen Fights entschieden am Ende über Sieg und Niederlage, mit dem besseren Ende für die Ostschweizer (18:21).
Von Caroline Bucher

Lion Husmann und Tinio Ritter lieferten sich einen hart umkämpften Fight, welcher von taktischen Manövern und körperlicher Stärke geprägt war. Husmann ging früh durch ein Pushout in Rückstand. Der Kampf blieb stets hartumkämpft, doch Ritter kam immer zu weiteren punktreichen Aktionen. Trotz grosser Anstrengung von Husmann neigten sich die Reserven des Urners mmer mehr dem Ende zu und so entschied am Ende eine Schulterniederlage den Kampf. In der höchsten Gewichtsklasse standen sich Simon Marty und Bruno Flück gegenüber. Marty führte nach einem passiven Start des Gegners mit 1 zu 0 Punkten. Doch Flück, welcher deutlich kleiner und unscheinbarer wirkte, kam nach der Pause stark zurück. Er drehte den Kampf und übernahm die Führung (1:2). Marty gab jedoch nicht auf, kämpfte sich zurück und holte sich die Führung wieder zurück (4:2). Nur haarscharf schrammte Flück an einer Schulterniederlage vorbei und so musste die Ufhusner Verstärkung nochmals ran, siegte am Ende aber technisch überlegen mit 20 zu 2 Punkten. Sven Gamma und Mathys Sarrasin boten ebenfalls einen packenden Kampf. Gamma wusste seine Routine gut auszunutzen und führte zur Hälfte des Kampfes mit 5 zu 1 Punkten. Doch Sarrasin zeigte grosse mentale Stärke und konterte blitzschnell, wodurch er den Rückstand auf 5 zu 3 verkürzen konnte. Nach einem ausgeglichenen Kampf gelang es Sarrasin den Kampf zu seinen Gunsten zu drehen und er konnte Gamma am Ende gar mit einem Schultersieg bezwingen. Im Freistil zeigte Nicolas Christen eine taktisch brillante Leistung gegen Robin Zwick. Obwohl Christen in den letzten Jahren etwas die Freistilerfahrung fehlte, führte er zur Kampfhälfte souverän mit 3 zu 0 Punkten. Durch gezielte Aktionen baute er seine Führung immer weiter bis zum 9 zu 0 Punkteendstand aus. Thomas Epp und Janis Steiger boten den Zuschauern ein spannendes Duell. Epp ging früh mit 4 zu 0 Punkten in Führung, doch Steiger zeigte sich hartnäckig und verkürzte auf 4 zu 1. Epp wartete geduldig auf eine weitere Punktechance und baute seine Führung letztlich auf 6 zu 1 zum Punktesieg aus.
Nach den ersten fünf Kämpfen, drei zugunsten der Schattdorfer und zwei für Oberriet-Grabs, stand es 10 zu 10 untentschieden. Umso gespannter waren die Zuschauer auf die zweite Kampfhälfte des Abends. Der sechste Kampf zwischen Yannick Epp und Ilir Fetahu startete fulminant: Fetahu zog bereits mit der ersten Aktion mit 0 zu 2 Punkten davon und dominierte das Geschehen zunächst. Doch eine blitzschnelle Aktion von Epp brachte den Seedorfer ebenfalls auf die Anzeigetafel (2:6). Nach der Pause wendete Epp das Blatt und drängte Fetahu in die Banklage. Der Oberrieter fand aber wieder zu seiner Form zurück und baute seinen Vorsprung weiter bis zum 3 zu 8 Punktesieg aus. Das Duell zwischen Michael Epp und Flavio Freuler war von Anfang an ausgeglichen. Epp ging durch einen Pushout mit 1 zu 0 in Führung, geriet jedoch in der Banklage unter Druck und musste den Ausgleich zum 2 zu 2 hinnehmen. Zur Pause lag Epp mit 2 zu 4 Punkten zurück, konnte jedoch lange mithalten. Am Ende gelang es ihm, auf 3 zu 4 Punkte zu verkürzen, bevor Freuler mit einer weiteren starken Aktion den Endstand von 3 zu 7 Punkten festsetzte. Einer der spannendsten Kämpfe des Abends war das Duell zwischen Sven Epp und Quintus Zogg. Beide Kämpfer lieferten sich von Beginn an einen harten Kampf, welcher ausgeglichen startete. Epp gelang es durch einen schönen Angriff mit 6 zu 1 Punkten davonzuziehen. Doch Zogg kämpfte sich zurück und verkürzte auf 6 zu 3 Punkte. Nach der Pause ging es intensiv weiter. Rund 90 Sekunden vor Kampfende übernahm Zogg erstmals die Führung (7:8). Doch Epp zeigte sein Kämpferherz und glich 30 Sekunden vor Schluss aus. In letzter Sekunde sicherte er sich den finalen 10 zu 8 Punktesieg. Der Kampf war äusserst attraktiv für die Zuschauer beider Seiten, da stets etwas passierte und sich die beiden Ringer bis zur letzten Sekunde hart duellierten. Lars Epp sorgte mit einer lautstark umjubelten Aktion für eine frühe 4 zu 0 Punkteführung gegen Nicolas Steiger. Kurz vor der Pause konnte Steiger zum 4 zu 2 verkürzen, doch Epp liess sich davon nicht beirren und baute seinen Vorsprung mit wichtigen Punkten auf 8 zu 2 aus. Am Ende gelang ihm ein souveräner 10 zu 2 Punktesieg, mit welchem die Schattdorfer den Zwischenstand auf 17 zu 17 Punkte ausgleichen konnten. Im entscheidenden letzten Kampf des Abends musste Benjamin Gander gegen den Internationale Andreas Vetsch antreten. Gander fand sich schnell in der Banklage wieder, während Vetsch mit 0 zu 5 Punkten davonziehen konnte. Gander kämpfte tapfer, musste jedoch am Ende eine klare Niederlage einstecken. Der Kampf endete mit 1 zu 17 Punkten und somit einer Niederlage durch technische Unterlegenheit, wodurch das Gesamtduell mit 18 zu 21 Punkten zugunsten der Rheintaler ausfiel.
Besonders hervorgehoben hatten sich Mathys Sarrasin und Thomas Epp. Beide wurden für ihre guten Leistungen zu den «Best Fighters» des Abend gekürt und mit einem Präsent belohnt. Das knappe Endergebnis von 18 zu 21 Punkten zeigt auf, wie hart umkämpft die Begegnung war und dass es bis zur letzten Sekunde spannend blieb. Nach zwei Runden befindet sich Schattdorf zusammen mit Freiamt auf dem letzten Tabellenplatz. Am nächsten Samstag, 21. September 2024 kommt es zum Showdown gegen den Tabellenleader aus Willisau. In der Isenringen-Halle in Beckenried wird der Heimkampf um 19:00 Uhr angepfiffen.
Schattdorfer in Ufhusen
In der NLB gab es für die zwei Schattdorfer Verstärkung in Ufhusen ebenfalls wichtige Kämpfe. Anja Epp verlor ihr Kampf gegen Mahdi Jamshidi Sayed mit einer technischen Unterlegenheit (0:16). Auch für Flavio Herger resultierte gegen Ruedi Appert kein positives Endergebnis. Herger musste sich mit einer 1 zu 5 Punkteniederlage geschlagen geben.