Auftaktsieg für die Schattdorfer Stiere

Mit dem ersten Show Down in der Swiss Premium League holten sich die Urner Ringer
wichtige und heissbegehrte zwei Punkte. Damit haben sie bereits einen ersten grossen
Schritt gemacht, um ihr Ziel – Oberriet-Grabs in der Gruppenphase hinter sich zu lassen – zu
erreichen.

Von: Caroline Bucher

HvL > Erich Gisler (Coach), Benjamin Gander, Nicolas Christen, Lars Epp, Yannick Epp, Christoph Waser, Michi Jauch (Trainer), Richi Gisler (Coach)
VvL > Sergio Gamma, Momtaz Hossein Alizada, Thomas Epp, Michael Epp, Aaron Zberg


Zum Saisonauftakt kam es in der Isenringen Turnhalle in Beckenried zum Duell zwischen Schattdorf und Oberriet-Grabs. Diese Kämpfe sind stets sehr eng und enorm spannend, oft entschieden sie über den weiteren Verlauf der Saison. Das Urner Team um den dreiköpfigen Coaching-Stuff, bestehend aus dem Trainer Michi Jauch sowie den Coaches Richi und Erich Gisler, nahmen einige kleine Anpassungen und Rochaden vor, welche wohl am Ende auch das entscheidende Etwas zum ersten Saisonsieg beigetragen hatten. So stellten sich mehrere Ringer in den Dienst des Teams und traten in ungewohnten, nicht erwartungsgemässen Stilarten und/oder Gewichtsklassen an.

Momtaz Hossein Alizada und Lio Rüegg eröffneten die Saison 2026 in der Gewichtsklasse bis 57kg Freistil. Nach anfänglichem Abtasten holte sich Rüegg durch eine schöne Aktion am Mattenrand die 4 zu 0 Punkteführung. Wenige Sekunden in der zweiten Halbzeit folgte ein weiterer sehenswerter Angriff des Ostschweizers, doch Alizada behielt den Durchblick und sicherte sich ebenso zwei Zähler zum vorläufigen 2 zu 12 Punktezwischenstand. Alizada blieb stets dran und konnte sich erneut eine Zweierwertung holen, in welcher er sich dann aber unglücklich verfing und mit einer Schulterniederlage nach einem Punktezwischenstand von 6 zu 14 verlor. Nach nur wenigen Sekunden geriet Christoph Waser gegen Manuel Weber arg in Bedrängnis. Der Beckenrieder lancierte den ersten Angriff, doch Weber gelang es im entscheidenden Augenblick zu kontern. Waser fing sich schnell wieder und konnte so Schlimmeres verhindern. Nach knapp 30 Sekunden Kampfzeit lag der Schattdorfer mit 2 zu 4 Punkten im Rückstand. Doch die zwei Akteure behielten das Kampftempo weiterhin hoch und nur wenig entschied jeweils, in welche Richtung das Momentum bei der nächsten Aktion kippte. Erneut lancierte Waser einen Angriffsversuch, geriet jedoch erneut in eine ungünstige Situation. Diesmal entschied jedoch der Mattenrand die Aktion und so musste der Nidwaldner mit einem 4 zu 10 Punkterückstand weiterkämpfen. Waser zeigte sich weiterhin angriffig und entschlossen, konnte die Angriffe aber zu wenig präzise ansetzen und geriet weiter in Rückstand (8:12). In einer äusserst knappen Aktion konnte sich Waser erneut
befreien und zum 10 zu 14 Zwischenstand verkürzen. Die beiden Schwergewichtler zeigten dem Publikum einen sehr spannenden Kampf, welcher sich in der zweiten Halbzeit in ähnlicher Manier fortsetzte. Bereits mit der ersten Aktion verkürzte Waser zum 12 zu 14, bevor er den Kampf dann endlich zu seinen Gunsten drehen konnte (16:14). Diesen Vorsprung vermochte Waser weiter auszubauen, doch Weber blieb zäh und aufsässig, sodass sich die beiden mit einem 20 zu 16 Punkteendstand zugunsten des Schattdorfer Ringers trennten. Thomas Epp steuerte das Kampfgeschehen gegen Rio Goldener nach seinem Gusto, obwohl der Flüeler im ungewohnteren griechisch-römischen Stil antrat. Nach knapp zwei Kampfminuten setzte der Schattdorfer Internationale dann beinahe den Schlussstrich, doch der junge Rheintaler konnte den Urner Fängen nochmals knapp entrinnen und so blieb es bei einer 5 zu 0 Punkteführung. Mit einer 7-Punkteführung ging es dann in die zweite Kampfhälfte. Auch in dieser musste sich Goldener mit der Defensivarbeit begnügen und Epp legte Punkt um Punkt auf das Konto obendrauf. In der letzten
Kampfminute gelang es Epp dann sich den entscheidenden Punkt zur technischen Überlegenheit zu sichern und entschied den Kampf frühzeitig für sich (16:0). Nicolas Christen gab gegen Kristof Hodos sein NLA-Comeback, nachdem er die letzte Saison verletzungsbedingt verpasste. Christen trat ebenfalls nicht in seiner gewohnten Stilart an, sondern mass sich bis 97kg Freistil. Er liess sich davon jedoch nicht beirren und konnte mit zwei Zählern in Führung gehen. Diese baute er bis zur Kampfhälfte auf 3 zu 0 Zähler weiter aus. Nur äusserst knapp rette die Schlusssirene Hodos vor einer Schulterniederlage und Christen konnte sich bei seiner Rückkehr souverän zum 5 zu 0 Punktesieger feiern lassen. Sergio Gamma geriet gegen den sieben Jahre jüngeren Janis Steiger früh in Rückstand (0:4), konnte sich aber wieder fangen und wehrte weitere Angriffsversuche erfolgreich ab. Nach der Pause legte Steiger dann einen Zahn zu und erhöhte zum 0 zu 12 Zwischenstand, bevor er Gamma schultern konnte. Nach den ersten fünf Kämpfen trennte lediglich ein Zähler die beiden Mannschaften (8:9) und das Publikum durfte gespannt sein auf die zweite
Halbzeit.

Yannick Epp mit einer schönen Aktion zur technischen Überlegenheit

Yannick Epp und Quintus Zogg starteten beide sehr angriffig ins Kampfgeschehen. Epp behielt den Überblick und lag nach der ersten Minute mit 4 zu 0 Zählern in Führung. Zogg konnte zuerst knapp am Mattenrand und mit der Folgeaktion dann zum 4 zu 3 Punktestand verkürzen. Der Seedorfer blieb hartnäckig und konnte sein Punktekonto mit zwei weiteren Aktionen auf 7 zu 3 erhöhen. Auch nach der Pause blieb Epp der dominierende Part und legte mit schönen Würfen zum 16 zu 3 Punktestand weiter drauf. Das Publikum unterstützte den Urner lautstark und konnte vor dem Ablaufen der vollen Kampfzeit einen verdienten Sieg durch technische Überlegenheit bejubeln (18:3). Michael Epp konnte gegen Tinio Ritter mit 1 zu 0 in Führung gehen. Doch vor der Pause gelang es dem Ostschweizer zum 1 zu 1 auszugleichen. Nach der Verschnaufpause setzte sich der Fight weiterhin sehr ausgeglichen fort und lange Zeit war Ritter mit 1 zu 2 Punkten in Führung. So musste Epp die letzte Kampfminute nutzen, um den Spiess umzudrehen. Dies gelang ihm mit einer hart umkämpften Aktion am Mattenrand, wodurch Epp 25 Sekunden vor Kampfende mit 5 zu 2 Punkten in Führung ging. Nun musste der Flüeler nochmals alle Kräfte mobilisieren und konnte so den Vorsprung erfolgreich bis zum Kampfende verzollen. Lars Epp gestaltete den Kampf gegen Nicolas Steiger angriffig und lag zur Pause verdient mit 3 zu 0 Punkten in Führung. Steiger konnte anschliessend auf 3 zu 2 verkürzen. In der letzten Kampfminute gelang es Epp zum 6 zu 2 Punkteendstand zu erhöhen. Aaron Zberg hatte gegen Mathys Sarrasin stets den Durchblick und gestaltete den Kampf bis zur Kampfhälfte zu seinen Gunsten (3:0). Sarrasin konnte dann jedoch durch eine blitzschnelle Aktion zum 2 zu 3 und kurz darauf zum Punkteausgleich verkürzen. Nun war Zberg gefordert und musste wieder liefern, was ihm dann auch gelang. Wachgerüttelt nutzte der Attinghausner dann jede Aktion zum Punkten und durfte sich am Ende mit einem stark bejubelten 11 zu 3 Punktesieg auszeichnen lassen. Somit war bereits nach neun Kämpfen klar, dass Schattdorf an diesem Abend als Sieger von der Matte gehen wird. Doch dies schien Benjamin Gander auch gegen den Internationalen Andreas Vetsch nicht zu beirren. Obwohl Gander mit 0 zu 1 in Rückstand gelang, zeigte er eine gute Defensivarbeit in der Bodenlage und konnte kurze Zeit später mit 2 zu 1 Punkten davonziehen. Mit der letzten Aktion in der ersten Kampfhälfte konnte Vetsch das Momentum dann aber wieder zu seinen Gunsten drehen und auf 2 zu 3 Zähler erhöhen.
Gander liess sich auch von umstrittenen Szenen nicht beirren und behielt trotz Rückstand starke Nerven, was sich einmal mehr auszahlte. So konnte Gander in der letzten Minute auf bis zu 6 zu 11 Zähler verkürzen und wischte Vetsch damit mit kämpferischer Leistung eins aus.
Lio Rüegg und Yannick Epp konnten sich durch ihre starken Leistungen zu den «Best Fightern» küren lassen. Obwohl die Schattdorfer ganze sieben von zehn Zweikämpfen für sich entschieden, konnten sie die Ostschweizer mit dem Endergebnis von 20 zu 15 Punkten mit nur fünf Zählern distanzieren. Dies zeigt einmal mehr auf, dass erst ganz am Schluss abgerechnet wird und jedes einzelne Duell den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen kann. Weiter geht es bereits am nächsten Samstag, 12. September 2026 um 20:00 Uhr auswärts in der Turnhalle Auw gegen Freiamt. Die Aargauer verloren ihr Saisondebüt gegen Willisau und wollen nun gegen Schattdorf ebenfalls den ersten Sieg einfahren. Doch die Urner werden beschwingt vom Auftaktsieg erneut alles in die Waagschale werfen und ein Wörtchen mitreden wollen.