Zweifach versilberte Schweizermeisterschaft für die Schattdorfer Ringer

Bei den Schweizermeisterschaften im griechisch-römischen Stil überzeugten die Urner Ringer sowohl bei den Aktiven als auch bei den Kadetten. Mit zwei Silbermedaillen und mehreren Diplomen setzten die Athleten der RRS ein Ausrufezeichen und holten sich bei den Aktiven den dritten Platz in der Vereinswertung. Somit zeigt die Formkurve nach längerer Wettkampfpause nach oben und passt mit dem Fahrplan hinsichtlich Meisterschaftsstart im Spätsommer bzw. Herbst überein.

von: Caroline Bucher

h.v.l.: Ruedi Imholz (Schiedsrichter), Richi Gisler (Coach), Urs Poletti (Betreuer), Flavio Herger, Lars Epp, Yannick Epp, Sven Epp, Raffael Fullin, Michael Jauch (Coach)
v.v.l.: Levin Tresch, Benjamin Gander, Christoph Waser, Janik Imholz

Kadetten: Kämpferischer Einsatz wird belohnt

Bei den Kadetten stellte Schattdorf drei Teilnehmer. In einem grossen Starterfeld mit 14 Athleten kämpfte Levin Tresch (53 kg) beherzt. Nach einer unglücklichen Schulterniederlage trotz Führung gegen Lars Ochsner, zeigte Tresch Moral und gewann seine nächsten beiden Kämpfe gegen Linus Schwyter und Ueli Schmidig jeweils durch Schultersiege. Im letzten Duell musste er sich jedoch Rio Goldener geschlagen geben und belegte den siebten Schlussrang. In der Kategorie bis 60 kg durfte sich Raffael Fullin über ein Diplom freuen. Nach zwei Siegen (Jonas Zäch, 10:9; Annalea Schläpfer, 10:1) und zwei Niederlagen (Dario Stadelmann, 0:9; Robin Biederer, 0:8) klassierte er sich auf dem fünften Platz und sicherte sich somit ein Diplom.

Janik Imholz trat in der Gewichtsklasse bis 66 kg an. Nach einer bitteren Startniederlage gegen Lendi Sulejmani (4:5) zeigte er eine starke Reaktion mit einem Schultersieg gegen Botond Kolos, musste sich aber danach erneut geschlagen geben gegen Ali Daoud. Somit landete Imholz auf Rang acht.

Aktive: Doppel-Silber für die Beckenrieder Gander und Waser

Sechs Ringer gingen bei den Aktiven auf Medaillenjagd – und dies höchst erfolgreich. Alle Athleten wurden mit Medaillen oder Diplomen für ihren Kampfeinsatz belohnt. Vor allem Benjamin Gander (75 kg) begeisterte das Publikum: Mit drei beeindruckenden Siegen durch technische Überlegenheit gegen Gino Gugolz (9:0), Trent Jäggi (8:0) und Ali Resa Nazari (8:0) stürmte er ins grosse Finale. Dort unterlag er Michael Portmann allerdings klar mit 2 zu 13 Punkten und holte sich die Silbermedaille. Auch Christoph Waser (150 kg) wusste zu überzeugen. Nach Siegen über Fabio Buffolino (10:8) und Simon Marti stand er ebenfalls im Finale. Gegen Serhii Vovchenko war dann jedoch Endstation – Waser musste sich auf die Schultern legen lassen, durfte sich aber über die Silbermedaille freuen.

Brüder-Duell in der 80kg-Gewichtsklasse

Besondere Dramatik bot die Gewichtsklasse bis 80 kg, in welcher die Brüder Lars und Yannick Epp im Kampf um Platz fünf aufeinandertrafen. Lars Epp startete mit einer Startniederlage gegen Artemii Utochkin in den Wettkampf (0:8). Anschliessend konnte er sich wieder fangen und gewann gegen Ostap Savka mit einer technischen Überlegenheit (10:0). Im umkämpften Fight gegen Yves Müllhaupt behielt der Lokalmatador jedoch die Oberhand und so musste sich Epp mit 7 zu 15 Punkten durch eine technische Unterlegenheit geschlagen geben. Yannick Epp seinerseits startete mit einer knappen Punkteniederlage gegen Joel Marti (8:10). Den zweiten Ufhusner Esra Reinhard schulterte Epp kurzerhand. Gegen Jan Faller fand Epp jedoch nicht das richtige Rezept und verlor mit einer 1 zu 9 Niederlage durch technische Unterlegenheit. Nach diesen jeweils wechselhaften Vorrunden setzte sich der jüngere Bruder Lars Epp im Direktduell klar mit 9 zu 1 Punkten durch. Beide Brüder kehrten mit Diplomen im Gepäck nach Hause zurück.

In der Klasse bis 86 kg zeigte auch der dritte Epp-Bruder, dass mit ihm zu rechnen ist. Epp bezwang Dominik Keller mit einer technischen Überlegenheit (9:0). Gegen den späteren Schweizermeister Ramon Betschart hatte Epp jedoch nichts entgegenzusetzen und verlor mit 0 zu 8 Punkten durch eine technische Unterlegenheit. Trokhin Oleksandr punktete Epp mit 8 zu 0 frühzeitig aus und auch Robin Zwick bezwang der Urner mit einem 7 zu 1 Punktesieg. Im kleinen Finale traf der Urner auf Vladyslav Shyshko. Gegen den Freiämter kam Epp nicht in Fahrt und verlor noch vor dem Ablaufen der Kampfzeit mit einer technischen Unterlegenheit (0:8). Trotz guter Kämpfe reichte es Janik Epp am Ende «nur» zum undankbaren vierten Platz. Ebenso erging es Flavio Herger, der nach starker Vorrunde im kleinen Finale unterlag. Der Start verlief für Herger mit einem Schultersieg gegen Denys Aleksieienko wunschgemäss. Dem starken Ilir Fetahu musste Herger dann jedoch den Vortritt lassen (0:9). Den Brunner Alexander Büeler konnte der Urner dann jedoch wieder auf die Schultern zwingen und sicherte sich somit den Einzug ins kleine Finale. Dort musste er jedoch mit 0 zu 8 Punkten eine Niederlage gegen Matthias Käser durch eine technische Unterlegenheit hinnehmen.

Mit viel Kampfgeist, Siegeswillen und sehenswerten Leistungen haben sich die Urner Ringer bei den Schweizermeisterschaften eindrucksvoll präsentiert. Die Erfolge bei den Aktiven und Kadetten lassen für die Zukunft hoffen – und versprechen spannende Kämpfe auf nationaler Ebene.