Der Auswärtsmatch in Hergiswil wurde in der Presse als den Gang in die „Höhle des Löwen“ angepriesen. Nicht viel fehlte und Michi Jauch`s Truppe hätte die Höhle des Meister-Löwen eingenommen…
Dass Hergiswil mit Verletzungssorgen kämpft und nach dem misslungenen Saisonstart (12:25 gegen Kriessern) noch nicht wie gewünscht in der Meisterschaft angekommen ist, lies die Urner auf Punkte hoffen. Mit viel Elan und Kampfgeist stellten sie sich dem Meister gegenüber und mussten am Schluss enttäuscht zur Kentniss nehmen, dass Hergiswil den Sieg im letzten Duell auf ihre Seite zog.
Premiere in Schattdorfs Fanionteam
Simon Gerig konnte sich im ersten Kampf des Abends gegen Patrick Rölli (57kg Freistil) mit einer technischen Überlegenheit als Sieger feiern lassen (19:3). Bis 130kg Greco traf Schattdorfs Trainer Michi Jauch auf Peter Gerber. Jauch liess seinem Kontrahenten nicht den Hauch einer Chance und fertigte ihn ebenfalls mit technischer Überlegenheit (15:0) ab. Das Duell in der 61kg-Greco-Klasse zwischen Sven Gamma und Thomas Wisler bot in der ersten Hälfte noch kein Spektakel (0:0). Danach gingen beide in die Offensive, wobei Wisler mit 10:2 Punkten das bessere Ende für sich behielt. Überraschend gut setzte sich nach der langen Schwingersaison Elias Kempf in Szene (97kg Freistil). Mit einer feinen Leistung besiegte er den körperlich unterlegenen Julius Kurmann knapp mit 4:3 Wertungspunkten. Vor dem Pausentee kam es dann noch zu einer Premiere: Sergio Gamma ersetzte den kurzfristig angeschlagenen Renato Kempf und debütierte so in der höchsten Liga (65kg Freistil). Dabei zeigte der junge Schattdorfer einen sehr starken Beginn und liess den Hergiswiler Marco Hodel Mal für Mal anrennen ohne einen Wertungspunkt abzugeben. Danach riskierte er allerdings etwas zu viel und kam prompt unter die Räder (Schulterniederlage). So stand es zur Pause 11:9 für die Gäste aus Schattdorf.
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Auf der Ziellinie abgefangen
Bis 86kg Greco traf Schattdorfs Verstärkung Ruedi Appert auf den starken Akos Korica, einer der Schlüsselfiguren im letztjährigen Meisterteam. Appert zeigte sich äusserst bemüht, hatte aber einen schweren stand und musste mit 0:4 tauchen. Gespannt war man auf das Duell bis 70kg Greco zwischen Schattdorfs international kämpfenden Nicolas Christen und Hergiswils Teamstütze Patrick Stadelmann. Der Hinterländer Greco-Spezialist fand etwas besser in den Kampf und konnte Christen in die Defensive drängen, was nach der ersten Hälfte zum 0:1 führte. Im zweiten Umgang begab sich Christen dann etwas mehr die Offensive und Stadelmann versuchte den Vorsprung über die Runden zu retten, was ihm dann aber beinahe zum Verhängnis wurde. Kurz vor Ablauf der Zeit warf der Urner alles nach vorne und kam noch zum 1:1-Ausgleich, was Schattdorfs Anhang kurzerhand meinen lies, dass Christen aufgrund der letzten Wertung gewonnen hatte. Der solid pfeifende Unparteiische Gregor Meier behielt im Getümmel kühlen Kopf und entschied gemäss Reglement, dass dem nicht so ist, da sich Christen eine Verwarnung einhandelte, die bei Punktegleichheit zur Geltung kommt. Somit korrekte Entscheidung, doch im Schattdorfer Lager sorgte mehr für Entsetzten, dass es für den in der zweiten Runde passiv agierenden Hergiswiler keine Verwarnung gab, was anhand des Kampfverlaufes sicherlich nicht falsch gewesen wäre. Als sich die Gemüter dann etwas beruhigten, trat Heinz Zberg gegen Raphael Kaufmann auf die Matte (80kg Freistil). Hergiswils Team-Captain zog bald mal mit 6:2 in Front, ehe Zberg mit viel Kampfgeist noch auf 6:5 heran kam, doch die knappe Niederlage konnte er nicht mehr abwenden. Einen starken Eindruck hinterliess bis 74kg Freistil Pascal Gisler. Mit grosser Ruhe holte er sich Punkt um Punkt, was ihn gegen Martin Grüter zum klaren Sieger machte (12:0) und Schattdorf vor dem letzten Kampf die 16:15-Führung einbrachte. Im letzten Fight des Abends (74kg Greco) versuchte Lucas Epp alles um für sein Team die Überraschung zu schaffen. Der junge Schattdorfer zeigte gegen Patrick Kunz einen beherzten Kampf und konnte sich sogar einen Zähler sichern, doch mehr liess der Hergiswiler nicht mehr zu und siegte klar mit 10:1 Punkten.
Somit platzte der Traum von der Überraschung in der „Höhle des Löwen“ wortwörtlich in aller letzter Sekunde. Schattdorfs Trainer Michi Jauch bilanzierte: „Schade! Die fehlenden zwei Punkte können in fast jedem Duell gesucht werden, der Sieg war greifbar. Trotzdem bin ich stolz auf die Mannschaft die grossen Einsatz und viel Leidenschaft gezeigt hat! Mit solch kämpferischen Leistungen ist es eine Frage der Zeit, dass wir einen Favoriten stürzen können!“
RR Hergiswil – RR Schattdorf 18:17 (9:11)
Steinacherhalle; 350 Zuschauer
SR; Gregor Meier
57kg F; Rölli – Gerig 1:4
61kg G; Wisler – Gamma Sven 3:1
65kg F; Hodel – Gamma Sergio 4:0
70kg G; Stadelmann – Christen 2:1
74kg F; Grüter – Gisler 0:3
74kg G; Kunz – Epp 3:1
80kg F; Kaufmann – Zberg 2:1
86kg G; Korica – Appert 2:0
97kg F; Kurmann – Kempf E. 1:2
130kg G; Gerber – Jauch 0:4
Nächster Kampf:
27. September 2014, 19.00 Uhr; RR Schattdorf – RS Kriessern