Nur hauchdünn schrammt Schattdorf am ersten Saisonsieg vorbei

Erst der allerletzte Kampf des Abends entschied über Sieg oder Niederlage. Leider gelang es den Urnern nur sehr knapp nicht erstmals zu punkten. Einige Kleinigkeiten hier und dort und das Endresultat hätte ganz anders aussehen können.

von: Caroline Bucher

Enttäuschte Schattdorfer nach dem Punktegleichstand einen Kampf vor Schluss

Stone Perlungher musste sich in dieser Saison erst einmal geschlagen geben. Auch gegen den jungen Joel Gächter wusste er seine Fähigkeiten auszunutzen. Nach einem anfänglichen Abtasten legte Perlungher einen Zahn zu und holte sich Punkt um Punkt. Beinahe jede Aktion brachte dem Schattdorfer weitere Punkte ein. Seine Angriffe waren stets gut platziert und zwangen den jungen Kriessener zur Defensivarbeit. Perlungher punktete Gächter bis auf 15 zu 0 aus und war ihm somit technisch überlegen (15:0). Christoph Waser und Ramon Betschart zeigten einen sehr attraktiven Kampf. Waser bewies mehrfach, dass auch er als Schwinger über eine sehr gute Bodenarbeit verfügt. So konnte er Betschart immer mal wieder wichtige Punkte abluchsen. Kurz nach Kampfhälfte wäre Waser beinahe die Sensation eines Schultersieges gelungen, aber Betschart konnte sich aus der gefährlichen Situation befreien. Nur sehr wenige Zentimeter fehlten zwischen Betscharts Schultern und dem Mattenboden. Beiden Athleten verlangte der Fight alles ab. Nach rund vier Minuten Kampfzeit konnte dann der Rheintaler nach einem Punktezwischenstand von 5 zu 8 nochmals eine Schippe drauflegen und zog bis zum Endpunktestand von 5 zu 18 davon. Sven Gamma und Christoph Wittenwiler kennen sich beide bestens. Der Punktegarant Gamma zeigte eine gute und abgeklärte Leistung. Er liess sich nicht aus der Ruhe bringen und war stets fokussiert. Er behielt die Oberhand und zog in der zweiten Kampfhälfte die Schraube etwas fester an, was ihm den 10 zu 4 Punktesieg einbrachte. Flavio Herger traf auf Damian Dietsche. Herger musste Dietsche aber den Vortritt lassen und schaffte es nicht an Zählbares zu kommen. Lange Zeit war der Punktestand sehr ausgeglichen, doch der sehr erfahrene, ehemals internationale Dietsche wusste seine Kräfte gut einzusetzen und holte sich gegen Ende des Kampfes mit wenigen Aktionen die entscheidenden Punkte (0:9). Als nächstes schickte der Coaching-Staff, bestehend aus Richi und Erich Gisler, die nächste wichtige Teamstütze auf die Matte. Simon Gerig holte sich gegen Sandro Hungerbühler nur hauchdünn einen 10 zu 9 Punktesieg. Das Duell war anfangs lange ausgeglichen, doch dann ging Gerig mit 10 zu 2 Punkten in Führung. Diesen Vorsprung konnte Gerig die letzten 40 Kampfsekunden jedoch nicht verwalten. Hungerbühler blieb sehr hartnäckig und liess sich immer wieder Punkte gutschreiben, wodurch es nochmals sehr spannend und knapp wurde. Gerig musste immer mehr Punkte an den sehr forschen und hartnäckigen Hungerbühler abgeben, bis ihm nur noch einen minimalen Ein-Punktevorsprung zum wichtigen Punktesieg blieb (10:9). Was für eine Aufholjagt des Kriesseners, aber mit dem besseren Ende für den Urner. Nach fünf Kämpfen führte Schattdorf knapp mit 10 zu 8 Punkten.

Bereits die ersten Kampfsekunden zwischen Yannick Epp und dem drei Jahre jüngeren Daniel Loher zeigten auf, dass sich diese beiden Athleten nichts schenken werden. Beide zeigten sich sehr aktiv und neutralisierten stets die Angriffe des Gegners. Loher eröffnete die Punktejagt und ging mit 2 zu 0 Zählern in Führung. Epp behielt jedoch einen klaren Kopf und verteidigte weitere Punktemöglichkeiten. Mit einem 1 zu 3 Punkterückstand gingen die beiden Kämpfer in die Pause. Von da an nahm Epp das Zepter deutlich in seine Hände und behielt fortan alle Punkte für sich. So bezwang er Loher am Ende mit 5 zu 3 Punkten. Peter Zberg ging nach rund 60 Sekunden mit einer super Aktion mit 4 zu 0 Punkten in Führung. Dorien Hutter konnte sich aber blitzschnell aus der misslichen Lage befreien und gleich selbst punkten. Zwischen den beiden jungen Akteuren jagte eine Aktion gleich die nächste. Immer wieder konnten beide Angriffe lancieren, welche jedoch teilweise nicht mit Punkten belohnt wurden. Zberg versuchte noch in den allerletzten Kampfsekunden seinen 4 zu 8 Punkterückstand wettzumachen, was ihm auch teilweise mit dem Verkürzen auf 6 zu 8 Zählern gelang. Doch am Ende musste sich Zberg mit 6 zu 10 Punkten geschlagen geben, liess aber immer wieder seinen Ehrgeiz und Wille aufblitzen. Hauchdünn war auch der Kampf zwischen Sven Epp und Tobias Betschart. Epp führte in der sehr ausgeglichenen Partie nach fünf Minuten mit 4 zu 1 Punkten und war stets am Drücker. Doch dann gelang es dem Rheintaler nach einem misslungenen Angriff von Epp mit einer Zweierwertung auszugleichen, was zu einem hauchdünnen Punktesieg in den allerletzten Sekunden für Kriessern führte (4:4). Mit Lars Epp stand an diesem Abend auch der Dritte der Gebrüder-Epp im Einsatz. Der Seedorfer traf auf Bendeùz Lagzi-Kovács. Der dreizehn Jahre ältere Lagzi-Kovács musste dem Urner zwar Punkte zugestehen, holte sich aber dennoch den 8 zu 4 Punktesieg. Epp zeigte sich sehr hartnäckig und kämpfte bis zur letzten Sekunde, was sich seinerseits auch mit vier hart erkämpften Zählern ausbezahlte.

Vor dem letzten Kampf des Abends lag der Punktestand bei 15 zu 15. Benjamin Gander wusste demnach, dass sein Fight gegen David Loher über Sieg und Niederlage entscheiden wird. Gander hatte gegen den Kriesserer jedoch das Nachsehen und musste sich mit 0 zu 15 Punkten durch eine technische Unterlegenheit geschlagen geben. Gander gab die Punkte jedoch stets sehr hart umkämpft ab und erwies sich einmal mehr als sehr hartnäckig sowie kämpferisch. Er versuchte in jeder Situation selbst zu Punkten zu kommen, doch Loher hatte stets das richtige Rezept zur Hand und behielt das Kampfgeschehen in seinen Händen. Somit holten sich die Ostschweizer mit dem allerletzten Kampf den 19 zu 15 Sieg. Schattdorf liegt nach drei Runden und einer 0-Punkte-Bilanz gemeinsam mit Oberriet-Grabs am Tabellenende. Die Urner zeigten aber allesamt sehr kämpferische Leistungen. Nun gilt es diesen Rückenwind in die nächsten beiden wichtigen Kämpfe gegen die Tabellennachbarn Einsiedeln und Oberriet-Grabs mitzunehmen und die rote Laterne abzugeben. Am Samstag, 23. September 2023 wird endlich der erste Heimkampf in Beckenried ausgetragen. Um 19:00 Uhr wird der Kampf gegen Einsiedeln lanciert und die Urner werden alles versuchen, um endlich an Zählbares zu kommen.