Kampf und Trainer verloren

Bittere Niederlage gegen Einsiedeln: Trainer Michael Jauch verletzte sich und dürfte für den Rest der Meisterschaft ausfallen. Umso mehr schmerzte die 13 zu 23 Niederlage gegen die Klosterdörfler in der dritten Runde der NLA. Der frühe Schock schien die Niederlage besiegelt zu haben.

Bericht: Caroline Bucher

Aaron Zberg gegen Lars Neyer

Zahlreiche Fans aus dem Urnerland waren nach Einsiedeln gereist, um einen spannenden Fight gegen die Klosterdörfler zu erleben. Die vielen knappen Kämpfe wurden vom Unfall von Trainer und Mannschaftsstütze Michael Jauch überschattet, welcher sich bei einem Wurf seines Gegners eine Schulterverletzung zuzog. Die Abklärungen diese Woche werden Klarheit geben, wie sich der Heilungsverlauf präsentieren und wie lange die Verletzungszeit ausfallen wird. Summas summarum geht der Sieg von Einsiedeln in Ordnung, gewannen sie doch sieben von zehn Einzelkämpfen. Doch die jungen Schattdorfer mussten sich teils nur sehr knapp geschlagen geben oder schrammten haarscharf an einer Überraschung vorbei.

Thomas Epp zeigte einen souveränen Kampf. Er liess dem Gegner nie auch nur die Möglichkeit, einen Punkt zu machen. In weniger als fünf Minuten Kampfzeit besiegte Epp Dany Kälin mit 15 zu 0 Punkten durch technische Überlegenheit. Michael Jauch bekam es mit dem von der RR Brunnen per Doppellizenz bei Einsiedeln zum Einsatz kommenden Damian von Euw zu tun. Letzterer wurde vor einer Woche an der WM in Belgrad in der Gewichtsklasse bis 87 kg hervorragender Siebter. Jauch konnte im Stand gut gegen von Euw anhalten. Bei der ersten Bodenlage wurde Jauch von von Euw hochgehoben und mit einer Höchstwertung von fünf Punkten geworfen. Dabei verletzte sich Jauch und er konnte den Kampf nicht weiterführen. Die ersten ärztlichen Abklärungen bestätigten eine Fraktur des linken Schlüsselbeins, welche operativ behandelt werden muss. Wir wünschen Michi an dieser Stelle eine baldige Genesung. Nach diesem Verlust war das Team schockiert und geriet etwas aus dem Konzept, gab aber weiterhin das Beste. Sven Gamma bekundete mit seinem Gegner Oleksandr Golin, einem ehemaligen Spitzenringer im Freistil, schon bei anderen Kämpfen Mühe. Auch dieses Mal kam Sven nicht auf Touren, sondern musste sich darauf beschränken, selbst Punkte zu machen und nicht zu viele abzugeben. Das Schlussresultat von 3 zu 13 Punkten zeigt ein klares Kräfteverhältnis auf, aber Gamma sicherte der RRS einen wichtigen Mannschaftspunkt. Der Ufhusner Simon Marti, welcher erstmals in den Farben der Urner auf der Matte antrat, zeigte gegen den mehrfachen SM-Medaillengewinner und Mannschaftsstützen der Einsiedler Andreas Burkard einen hervorragenden Kampf. Marti war ebenbürtig und lag wenige Sekunden vor Kampfablauf noch in Führung, konnte dann aber den letzten verzweifelten Angriffsversuch von Burkard nicht verhindern und verlor mit 4 zu 5 Punkten. Marti ist eine echte Verstärkung für die Urner und wir dürfen uns auf weitere Fights von ihm freuen. Aaron Zberg muss in der höchsten Liga noch hartes Brot essen und Lehrgeld bezahlen. Trotz der Schulterniederlage nach einem 0 zu 8 Punkterückstand gegen Lars Neyer zeigte er sich von einer sehr guten Seite, doch braucht er noch Zeit und harte Kämpfe, um gegen erfahrenere Gegner siegreich von der Matte gehen zu können. Mit einem Sieg und drei verlorenen Fights gingen die Urner mit einem 6 zu 13 Punkte Rückstand in die Pause.

Nach der Pause eröffnete Nicolas Christen die zweite Kampfhälfte. Sein Gegner Davide Stanisci, einem in Rom studierenden 20-jährigen Ringer, welcher dieses Jahr von Winterthur zu Einsiedeln gestossen ist, war schwer einzuschätzen. Mit je einem Sieg und einer Niederlage für den Einsiedler in der laufenden Meisterschaft war Christen vorgewarnt, seinen Gegner nicht zu unterschätzen. Dem war dann auch nicht so. Zwar stand es in der Pause nur 3 zu 2 für den Urner, doch in der zweiten Hälfte folgten dann neun weitere Zähler für die Teamstütze zum doch klaren 12 zu 2 Punktesieg. Vor Wochenfrist schrammte Lars Epp an einer grossen Überraschung vorbei. Auch in Einsiedeln zeigte er sich wieder von einer kämpferischen und unberechenbaren Seite. Sulayman Quraishi, von Brunnen dieses Jahr zu den Einsiedlern transferiert, musste alles geben, um Epp zu besiegen. Zur Pause stand es noch 0 zu 1 und auch im weiteren Verlauf stand der Kampf auf Messers Schneide. Noch ging der leicht ältere Gegner als Sieger von der Matte (3:5). Gegen den klar höher eingestuften Yves Neyer machte es Sven Epp seinem Bruder Lars nach. Mit viel Kampf und auch Können stellte er sich dem letztes Jahr besten Punktesammler der gesamten Swiss Wrestling Premium League gegenüber und dieser musste sich stets vorsehen, dem Urner keine Punkte abzugeben. Die 2 zu 6 Punkteniederlage ist als gutes Resultat für Sven Epp einzustufen und brachte den Einsiedlern lediglich zwei Mannschaftspunkte, für Schattdorf einen ein. Der Beckenrieder Benjamin Gander bekam es mit dem dritten Neyer-Bruder an diesem Abend zu tun. Kay Neyer gewann seine bisherigen Kämpfe dieser Meisterschaft und war der erwartete harte Brocken für Gander. Trotz beherzter Gegenwehr musste der Schattdorfer seinem Gegner eine Minute vor Kampfende zum technischen Sieger gratulieren (0:15). Mit Yannick schritt der vierte Epp-Mann, der letzte nach seinen Brüdern Lars und Sven sowie seinem Cousin Thomas, auf die Matte. In dieser Gewichtsklasse tummeln sich sehr viele ausgezeichnete Ringer und Epp wurde bislang für seine Leistungen schlecht belohnt. Auch dieses Mal bekam er mit Michel Schönbächler einen sehr erfahrenen und unbequemen Gegner vorgesetzt. Schönbächler kämpft normalerweise in tieferen Gewichtsklassen, doch schmälert dies die Leistung von Epp keineswegs. Zur Pause stand es noch 2 zu 1 zugunsten des Einsiedlers, doch je länger der Kampf ging, umso besser hatte sich Epp auf Schönbächler eingestellt und konnte diesen schlussendlich mit 9 zu 7 Punkten besiegen. Ein feiner Erfolg für Epp und ein gelungenes Ende dieses unter dem Strich doch eher betrüblichen Ringerabends. Das Schlussresultt von 13 zu 23 Punkten ist klar durch die Verletzung des Cheftrainers Michael Jauch überschattet. Dennoch zeigten die jungen Schattdorfer einmal mehr sehr beherzte und kämpferische Leistungen. Nach dem Verletzungsschock gleich im zweiten Kampf des Abends konnten sich die Urner besonders in der Halbzeitpause wieder etwas sammeln und zeigten nochmals ansprechenden Ringsport. In der Tabelle befinden sich die Urner immer noch gleich auf mit Oberriet-Grabs. Nächsten Samstag 24. September 2022 geht es ab 20.00 Uhr in der Sporthalle Bachmatten in Muri gegen die Ringerstaffel Freiamt um die nächsten Punkte.

Die nächsten Begegnungen der RRS:

24.09.2022 Freiamt – RRS

01.10.2022 RRS – Kriessern

08.10.2022 RRS- Oberriet

22.10.2022 Willisau – RRS

29.10.2022 RRS – Einsiedeln

05.11.2022 RRS – Freiamt

12.11.2022 Kriessern – RRS