58. Generalversammlung der Ringerriege Schattdorf

Trotz einer turbulenten Zeit in den letzten zwei Pandemiejahren überstand die RRS auch das letzte Vereinsjahr mit Bravour und kann sich auf ein breites personelles Fundament sowie zahlreiche sportliche Erfolge abstützten.

Von: Caroline Christen

Nach zwei Jahren coronabedingten Unterbrüchen wurde am 22. April 2022 die 58. ordentliche Generalversammlung der Ringerriege Schattdorf im Restaurant Rössli in Seedorf abgehalten. Da in den letzten zwei Jahren die Versammlungen nicht wie gewohnt abgehalten werden konnten, fand im 59. Vereinsjahr demnach die erst 58. GV statt. Das Protokoll sowie die Wahlen der Personen des Vorstandes der letztjährigen GV in Papierform wurden an der diesjährigen GV einstimmig angenommen.

Der Präsident Marco Gisler ergänzte seinen Jahresbericht mit den jüngsten Geschehen der letzten Monate. Insbesondere die Finalrunde der ORV-Jugendmannschaftsmeisterschaft in Beckenried mit der Kürung durch die Bronzemedaille und die Schweizermeisterschaften der Alterskategorien Jugend A sowie Junioren in Altdorf wurden hervorgehoben. Auch das Gastrecht in der Isenringenhalle in Beckenried während der vergangenen Mannschaftsmeisterschaft wurde nochmals gebührend verdankt. Das neue Projekt «Future Champions» hat im Nachwuchsbereich national grosse Wellen geschlagen und macht den Vorstand neugierig für die Zukunft. Dank den vielen guten internationalen Leistungen in den letzten Jahren wurde die Sportart Ringen bei Swiss Olympic neu in die Stufe 2 eingeteilt. Dies wird auch in Zukunft für die vereinseigenen Athleten eine gute Ausgangslage bieten, um sich international mit den Besten messen und auf optimale Trainingsbedingungen abstützen zu können. Neben den zahlreichen nationalen Kaderathleten trugen insbesondere auch die jüngsten Leistungen von Nicolas Christen und Thomas Epp zu diesem Stufenaufstieg bei.

Der Sportchef Sven Gamma berichtete über einige personelle Wechsel sowie einem sehr turbulenten Jahr. Sportlich gab es einige gute Ergebnisse zu verbuchen. Die Trainingsbeteiligung war in allen Alterskategorien nach wie vor sehr gut. Dank der Pandemie musste auch der Trainingshorizont etwas erweitert werden, was zu einigen innovativen Trainingseinheiten führte. Sei dies online via Videokonferenz oder einem Krafttraining auf dem Gotthardpass. Gamma unterstreicht, dass von unten deutlich spürbar eine starke junge Nachwuchsfront nachrückt. Dies zeigen auch die letzten Erfolge, wie der zweite Schlussrang in der Jugendmannschaftsmeisterschaft 2021. Der Sieg lag zwar in Reichweite, aber Corona machte den Urnern einen Strich durch die Rechnung und der Titel konnte leider aufgrund von personellem Ausfall nicht gesichert werden. Auch im Jahr 2022 konnte mit der Bronzemedaille erneut ein Podestplatz erreicht werden. Vor dem Saisonstart der NLA gab es viele Fragezeichen. Sei dies mit der Hallensituation und dem Gastrecht in Beckenried sowie der Mannschaftsaufstellung. Das Ziel Playoff-Einzug konnte zwar nicht erreicht werden, aber nach den Jahren 2018 und 2019, welche jeweils durch Abstiegskämpfe geprägt waren, konnte der Ligaerhalt in der Saison 2021 vorzeitig gesichert werden. In der 1. Liga holten sich die Schattdorfer gar den Vizemeistertitel. Während den Meisterschaften wurden die Startaufstellungen in der ersten und zweiten Mannschaft jeweils stark durchmischt. Umso schöner ist es, dass trotz all diesen Rochaden in der 1. Liga dennoch die Silbermedaille geholt werden konnte. Verteilt auf vier Schweizermeisterschaften konnten insgesamt 31 Medaillen und 14 Diplome erkämpft werden, obwohl diese Meisterschaften nach der langen Wettkampfpause eher einem Kaltstart glichen. Im Vergleich mit anderen Vereinen ist die Ringerriege Schattdorf national stets auf den vorderen Rängen vertreten und kann gut mit der Spitze mithalten. Auf internationaler Ebene wurde mit der EM-Bronzemedaille von Thomas Epp Vereinsgeschichte geschrieben. Diese Signalwirkung, dass mit harter Arbeit und dem Training im Kanton Uri international etwas erreicht werden kann, darf keineswegs unterschätzt werden. Nach einer schwierigen Vorbereitungsphase platzte für Nicolas Christen bei der einzigen Chance in Sofia der Olympiatraum für Tokio 2021. Dennoch eine super Leistung, hinter welcher einen grossen Aufwand steckt. Auch die etwas jüngeren Nachwuchsathleten sind stark auf Vormarsch. Anja Epp und Aaron Zberg holten beide mehrere Medaillen an internationalen Wettkämpfen. Das neuste Kind «Future Champions» soll die Nachwuchsarbeit im Verein fundiert und intensiv überdenkt werden. Mit diesem Projekt nimmt die RRS ihre Verantwortung einer konstanten Nachwuchsgewinnung und einer breiteren Abstützung des Vereins wahr. Das entfernte Ziel ist, in der NLA in den Top 3 anzukommen. Am 5. Februar 2022 fand mit einem Workshop der Projektstart statt. Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden nun genauer vertieft und anschliessend in der Praxis umgesetzt. Bereits nach dieser kurzen Projektdauer zeichnete sich bereits ein wertvoller Gewinn für den Verein ab.

Ehrungen zur höchsten Trainingspräsenz. Von links nach rechts: Epp Anja, Epp Lars, Gisler Delia

Gina Poletti präsentierte den positiven Kassabericht des vergangenen sowie das Budget für das nächste Vereinsjahr. Die Finanzen sowie diverse Anträge auf Seiten des Vorstandes wurden allesamt von der Versammlung gutgeheissen. Im Vorstand wurden mit Marco Gisler der Präsident, mit Simone Gisler die Sekretärin und mit Gina Poletti die Finanzchefin alle für eine weitere Amtszeit von zwei Jahren gewählt. In der Sportkommission wurde Michael Jauch als Aktivtrainer ebenfalls für eine weitere zweijährige Amtszeit gewählt. Neu liegt der Mitgliederbestand der Ringerriege Schattdorf bei insgesamt 233 Personen.

Vorstand mit den neuen Ehrenmitgliedern. Von links nach rechts: Gisler Marco, Gamma Sven, Simone Gisler, Schuler Adrian, Kempf  Robert, Poletti Gina, Kempf Leon, Tresch David

In den Kategorien Trainingsbetrieb-Präsenz, Erfolge an Schweizermeisterschaften, Kampfrichter sowie Arbeiten in zahlreichen weiteren Aufgabenbereichen wurden diverse Ehrungen vorgenommen. Mit Gabriel Christen gab es einen Rücktritt in der Sportkommission zu verbuchen und René Grütter trat nach 33 Jahren sein Amt als Kampfrichter ab. Mit Robi Kempf und Adrian Schuler wurden zwei neue Personen mit lautstarkem Applaus in den Kreis der Ehrenmitglieder aufgenommen.