„Veni, vidi, vici“ – Die RRS überzeugte auf voller Linie

Den Schattdorfern standen mit der Mannschaft aus Kriessern die momentan Drittplatzierten der Swiss WINFORCE League gegenüber. Ein etwas dezimiertes Ostschweizer-Team liess die Urnerstiere ihre Chance wittern. Was sie dann zeigten, war aber einsame Spitze. Sie kamen, sahen und siegten!

Bericht: Caroline Christen

Obwohl die Urner ihrerseits auf den momentan vom Verletzungspech geplagten Thomas Epp verzichten müssen, traten die Ostschweizer ebenfalls mit einem verletzungsbedingten dezimierten Team an. Bei ihren beiden internationalen Teamstützen Fabio und Marc Dietsche schlug beispielsweise ebenfalls die Verletzungshexe zu. Nichtsdestotrotz stellte diese Aufstellungs-Rochade für die Schattdorfer eine gute Ausgangslage dar, aber sie musste auch genutzt werden. Und dies tat das junge Team um Trainer Michi Jauch sowie Coach Richi Gisler in einer fulminanten Art und Weise, dass es wahrlich ein Freudentag war für die Urner Ringerszene. Schöne Überraschungen, toller Kampfgeist und eiserner Wille prägten die Urner-Stiere und schrieben ein wundervolles Siegesmärchen gegen das erfolgreiche Team aus dem Rheintal.

Lion Husmann traf auf den gut zwei Jahre jüngeren Reto Steger. Husmann konnte schnell mit mehreren Durchdrehern zum 14 zu 0 davonziehen, eher er etwas um die letzten Punkte bangen musste. Mit viel Ausdauer und Kampfgeist holte er sich dann die entscheidenden Zähler auf sein Konto und konnte mit 18 zu 0 Punkten und somit durch eine technische Überlegenheit gewinnen. Dieser gute Start für die Urner gab auch den anderen Mannschaftsmitglieder Schwung in die Segel und liess weiter gute Fights folgen. Elias Kempf und Noel Hutter kämpften ziemlich ausgeglichen. Beide machten nicht viele Angriffe und neutralisierten sich gegenseitig. Kempf hatte jedoch den längeren Atem und ihm gelangen am Ende die entscheidenden Punkte zum 5 zu 1 Punktesieg. Mit Simon Gerig ging die Siegesserie sogleich weiter. Gerig dominierte gegen Nico Lüchinger von Beginn an. Er markierte klar, wer der Meister auf der Matte war und liess nichts anbrennen. Mit 16 zu 0 Punkten holte er sich den Sieg durch technische Überlegenheit. Michi Jauch war top eingestellt und wehrte sich vehement gegen den jüngeren Internationalen Ramon Betschart, was ihm eine 0 zu 6 Punkteniederlage und somit nur drei Mannschaftspunkte für die Kriesserer einbrachte. Obwohl Sven Gamma leider einen Punkt abgeben musste, sicherte er sich mit einem harten Kampf dennoch verdient den 13 zu 1 Punktesieg. Die Routine schlug voll durch und Gamma liess gegen den zwölf Jahre jüngeren Dorien Hutter nichts anbrennen. Mit vier gewonnenen Kämpfen gingen die Schattdorfer mit einem 13 zu 5 Punktevorsprung in die Pause.

Sven Epp traf auf Tobias Betschart. Betschart wurde seiner Favoritenrolle gerecht und zeigte auf, dass er auch im Freistil stark ist. Es lief nicht nach Epp‘s Wünschen und er musste sich nach einem 0 zu 6 Punkterückstand am Boden mit einer Schulterniederlage geschlagen geben. Michael Epp‘s Gegner Michael Steger ging schnell mit einer Viererwertung in Führung und danach schienen die Würfel gefallen zu sein. Nicht aber für Epp, denn dieser kämpfte weiter und konnte das Kampfgeschehen mit grossem Ehrgeiz noch zu seinen Gunsten drehen. Obwohl Epp zwanzig Sekunden vor Schluss noch mit 6 zu 3 Punkten hinten lag, sicherte er sich in den letzten Sekunden noch die entscheidenden Zähler und drehte den Punktestand zu seinen Gunsten zum 7 zu 6 Punktesieg. Mit dieser tollen Willensleitung und dem langen Durchhaltewille wurde Epp zum „Best Figther“ des Abends ausgezeichnet. Nicolas Christen war von Beginn weg überlegen und nutzte die Passivität seines Gegners mit mehreren Durchdrehern zur 7 zu 0 Punkteführung aus. Danach folgte mit einem Umreisser, gefolgt von einem Suplex eine wunderbare Viererwertung. Christen liess Christian Wolf keine Chance und konnte sich einen 16 zu 0 Sieg durch technische Überlegenheit sichern. Der Sieg für die Schattdorfer war nun bereits klar und das Publikum tobte in der Isenringen-Halle. Der Lokalmatador Benjamin Gander hatte gegen den Internationalen David Loher hartes Brot zu beissen. Loher rang eine Liga höher und Gander musste sich deutlich mit 0 zu 15 Punkten durch eine technische Niederlage geschlagen geben. Den Schlusskampf lieferten Peter Zberg und Jan Langenegger. Zberg war mit 8 zu 0 Punkten im Rückstand und konnte dann mit einem riesigen Kraftakt den Kriesserer auf den Rücken drehen sowie blockieren. Zberg setzte mit einem fulminanten Schultersieg das endgültige Ausrufezeichen hinter die starke Mannschaftsleistung und liess die Halle toben. Nun wissen auch die Beckenrieder „änet em Seelisberg“ wie es sich anfühlt, wenn eine geballte Ladung „Stiärägrindä“ ausgelassen wird und sie sich einen klar verdienten 23 zu 14 Punktesieg holen.

Die Urner nutzten die Chance eiskalt aus. Souveräne, abgeklärte Duelle wurden gespickt durch mehrere Überraschungen wie beispielsweise durch Zberg, Jauch und Kempf. Den Schattdorfern gelang somit ein guter Schritt in Richtung Ligaerhalt, welcher jedoch noch nicht ganz sicher ist. Aber dank dieser Glanzleistung sind sie nun ein gutes Stück näher. Die Tatsache, dass die Kriesserer letzte Woche noch ein Unentschieden gegen den Tabellenleader Willisau machten, versüsste den Sieg noch zusätzlich. Am nächsten Samstag 23. Oktober 2021 treffen die Schattdorfer ihrerseits auswärts auf Willisau.

Die nächsten Begegnungen der RRS:

23.10.2021 Willisau – RRS

06.11.2021 Hergiswil – RRS

13.11.2021 RRS – Freiamt

Tabelle:

1.   Willisau

1.   Freiamt

3.   Kriessern

4.   Einsiedeln

5.   Schattdorf

6.   Hergiswil