Hitchcock-Finale steht an!

Beim Heimkampf gegen Oberriet-Grabs gab es für das junge Schattdorfer Team eine knappe Niederlage (19:20). Die Rheintaler liegen nach der Hälfte im Kampf um den Verbleib in der NLA hauchdünn einen Punkt voraus.

von Caroline Christen

Die Urner mussten zwar eine weitere Niederlage hinnehmen, entschieden ist jedoch noch nichts. Erst die zehn weiteren Kämpfe in der Rückrunde werden entscheiden, welches Team in der Saison 2020 in der NLA antreten wird. In der ersten Halbzeit konnten sich die Einheimischen zu wenig Luft verschaffen, um sich den Sieg zu sichern. Der Schattdorfer Nachwuchs kämpfte zwar sehr gut, trotzdem fehlte der benötigte Lucky-Punch für den Sieg und einzig Teamstütze Besse konnte seinen Kampf in der zweiten Halbzeit noch gewinnen. 

Früh konnte sich Thomas Epp gegen Janis Steiger einen Vorsprung sichern. Immer wieder konnte Epp durch seine Angriffe punkten und distanzierte den jungen Oberrieter immer mehr. Kurz vor der Pause konterte Steiger im richtigen Zeitpunkt am Mattenrand und luchste Epp dadurch zwei Punkte ab. Beinahe das Gleiche gelang Steiger nochmals und erneut musste Epp am äusseren Ring Zähler abgeben. Dennoch behielt Epp die Oberhand und bezwang Steiger mit 14 zu 4 Punkten. Michael Jauch’s Kampfstil war deutlich der aktivere, als jener von Janosch Kobler. Der Urner wusste seine Stärken gut auszuspielen und zog an Kobler vorbei. Der erste Hüfter bracht zwar noch nicht das gewünschte Resultat, doch beim Zweiten war Jauch noch etwas energischer und liess Kobler keine Chance auf ein Entkommen. So konnte er den Fight frühzeitig durch einen Schultersieg für sich entscheiden und brachte die Schattdorfer mit 7 zu 1 weiter in Führung. Sven Gamma machte mit Samuel Vetsch kurzen Prozess. Nach nur zehn Sekunden punktete Gamma das erste Mal und nach rund eineinhalb Minuten setzte er zum letzten Punkt an. Der 16 zu 0 Punktestand toppte er mit der letzten Aktion gleich noch durch einen Schultersieg. Eine starke Leistung, ohne Wenn und Aber. Gerade umgekehrt verlief der Fight von Andi Murer. Er musste gegen Andrii Vyshar schwere Defensivarbeit leisten. Noch vor der Pause sicherte sich Vyshar mit dem 16. Punkt das frühzeitige Kampfende durch technische Überlegenheit (16:0). Die erste Kampfhälfte hatte Simon Gerig gegen Nicolas Steiger in seinen Händen. Mit einer 4 zu 1 Punkteführung traten die beiden die Pause an. Danach brachte ein perfekt getimter Konterangriff Steiger mit 6 zu 4 Punkten in Führung. Der Kampf war wieder neu lanciert und das Momentum kippte auf die andere Seite. Steiger gelang es sogar zwischenzeitlich, seine Führung noch weiter auszubauen. Gerig bewies einmal mehr seinen taktisch durchdachten Kampfstil und sicherte sich mit der allerletzten Aktion den hauchdünnen Punktesieg von 9 zu 9 Punkten. 

Mit vier gewonnenen Kämpfen starteten die Schattdorfer sehr gut in den Kampf, was mit einer 13 zu 6 Punkteführung belohnt wurde. Erfahrungsgemäss sammelt die RRS tendenziell in der ersten Kampfhälfte mehr Zähler als in der zweiten, weshalb der Vorsprung nur mit Vorbehalt genossen werden durfte. Kaum startete der sechste Kampf, zeichnete sich nämlich ein beschwerlicherer Weg ab. Benjamin Gander liess sich von der guten Stimmung in der Halle tragen und ging den Kampf beherzt an, was mit der 2 zu 1 Führung gegen Ilir Fetahu belohnt wurde. Fetahu drehte nach seinem etwas verpassten Start jedoch allmählich auf und knöpfte Gander weitere Punkte ab. Der Urner bestätigte seine guten Ergebnisse der letzten Kämpfe erneut und liess sich nicht beirren. Immer wieder gelang es ihm Aktionen zu nutzen und selbst zu Zählern zu kommen. Nach rund vier Kampfminuten wurde der Fight dann vorzeitig zugunsten von Fetahu vorzeitig beendet (6:21). Das Duell zwischen Renato Kempf und Maurus Zogg blieb lange ausgeglichen. Eine Passivität brachte dem Schattdorfer einen Punkt ein. Danach entglitt der Kampf etwas aus den Urner Händen und Kempf gab mehrmals Punkte durch seine passive Kampfweise ab. Das Schlussresultat von 1 zu 6 wurde nicht durch Aktionspunkte, sondern einzig und allein durch ausgesprochen Passivitäten oder Verwarnungen erreicht. Ein Kampf ohne grosse Geschehnisse. Ramon Epp behielt trotz Rückstand die Nerven gegen Mirco Studer und nutzte eine Aktion des Rheintaler sogleich für eigene Punkte aus. Nach drei Kampfminuten lag der ausgeglichene Zwischenstand bei 2 zu 4 Punkten. Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff gelang es Epp auszugleichen. Studer schlug jedoch gleich zurück und zog wieder um wenige Zähler davon. Ein Hin und Her, bei welchem der Oberrieter knapp das bessere Ende in seinen Händen behielt und sich einen 9 zu 6 Punktesieg sicherte. Beim Zwischenstand von 16 zu 15 Mannschaftspunkten trat für die Urner Kim Besse auf die Matte. Er holte sich gegen Flavio Freuler früh die Führung und gab diese nicht mehr her. In der zweiten Kampfhälfte zeigte sich Besse dann etwas passiver, wodurch Freuler mit einem Punkt aufrücken konnte. Besse gewann den Kampf allerdings mit 8 zu 1 Punkten. Vor dem letzten Kampf zwischen Sven Epp und Andreas Vetsch stand es 19 zu 16, zugunsten der Schattdorfer. Der Internationale Vetsch gab deutlich den Takt an und beendete den Kampf vorzeitig mit einem 17 zu 0 Punktesieg. Somit sicherten sich die Rheintaler im letzten Kampf die Führung und somit den Tagessieg. Aus der Erfahrung ist jedoch klar, dass die Ziellinie und somit die Entscheidung erst nach 20 ausgetragenen Kämpfen fällt. Nur zu gut hat sich das Hitchcock-Finale vom letzten Jahr in die Urner Köpfe eingebrannt. Es ist jedoch völlig klar, dass am nächsten Sonntag eine klare Leistungssteigerung hermuss, wenn sich die Schattdorfer den Liga-Erhalt noch sichern wollen. Am nächsten Sonntag 8. Dezember 2019 gilt es um 15.00 Uhr ernst und das letzte Duell wird in der Sporthalle Bildstöckli Oberriet ausgetragen.