Schattdorf verlor hauchdünn im Derby gegen Einsiedeln!

Letzten Samstag trafen die beiden Viertplatzierten in der Swiss WINFORCE League aufeinander. Der Kampf zwischen Schattdorf und Einsiedeln hat bereits seit längerem immer eine grosse Bedeutung und in diesem Jahr blieb diese Situation, basierend auf der knappen Tabellenausgangslage, unverändert. In der Vorrunde fegten die Urner die Klosterdörfler richtig gehend weg mit 27 zu 10 Punkten. Dass dieses Unterfangen in der Rückrunde nicht mehr so einfach sein wird, war bereits vor der Abwaage klar.

von Caroline Christen

Nach dem ersten Rückrundenkampf gab es in der Swiss WINFORCE League einiges zu besprechen. Freiamt legte gegen den Einsatz von Delian Alishani bei den Willisau Lions ein. Der Rekurs gegen Willisau wurde gutgeheissen und somit wurden sämtliche ausgetragenen Fights von Alishani in der höchsten Liga mit 0 zu 4 Mannschaftspunkten gewertet. Dies hatte einschneidende Änderungen zur Folge. Konkret bedeutet dies, dass im Nachhinein einen Sieg gegen Willisau zugeschrieben wurde und sich somit auch die ganze Tabellensituation veränderte. Einsiedeln rutschte vom gemeinsamen vierten Tabellenplatz mit den Schattdorfern nach vorne und überholte die Urner. Dementsprechend wichtig wäre ein Sieg gegen Einsiedeln im direkten Duell.

Thomas Epp und Dany Kälin eröffneten das Kampfgeschehen. In der Vorrunde konnte Epp mit 8 zu 1 Punkten gewinnen, allerdings im Freistil. In der Rückrunde wurde dieser Fight nun im Griechisch-Römischen Stil ausgetragen und folglich mussten war die Ausgangslage völlig neu. Kälin ging mit 5 zu 0 Punkten in Führung, doch Epp gab nicht auf. Nach einer punktvollen ersten Halbzeit blieb der Kampf ausgeglichen und der Einsiedler entschied den Kampf am Ende knapp für sich mit 5 zu 3 Punkten. Elias Kempf schüttelte Andry Vysar die Hand. Vysar machte gegen Hergiswil seinen ersten Kampf in der Premium League. Ansonsten ringt er für seinen Stammclub Oberriet-Grabs. Der ursprüngliche Ukrainer Vysar ist ein ausgewiesener Freistilspezialist. Entsprechend schwierig war die Ausgangslage für Kempf. Trotzdem wehrte sich Kempf vehement und versuchte die Angriffe von Vysar abzuwehren. Doch das Kampfgeschehen war bereits vor dem Ablaufen der ersten Hälfte vorbei und Kempf verlor durch technische Unterlegenheit mit 0 zu 16 Punkten. Der Gegner von Simon Gerig war Lars Neyer. Neyer bestritt letztes Jahr seine Kämpfe noch in der Challenge League. Nach anfänglichem Rückstand liess sich Gerig nicht beirren und machte wie schon so oft Punkte am Mattenrand. Gerig legte entscheidend zu und nahm den Kampf in seine Hände. Er bezwang Neyer mit 12 zu 7 Punkten und brachte Schattdorf ein 3 zu 1 ein. Ein sehr aktiver und attraktiver Kampf für beide Fanlager. Michael Jauch bekam es mit dem amtierenden Schweizermeister Sven Neyer zu tun. Ein immer wieder spannendes Duell, das es in sich hat. Lange blieb der Kampf sehr ausgeglichen. Jauch kämpfte fokussiert und überzeugend, reihte Punkt an Punkt. Jauch gelang es nach der Pause mit einem herrlichen und „tödlichen“ Hüfter seinen Kontrahenten zu schultern. Die sonst schon phänomenale Stimmung wurde noch weiter gepusht und der Sieger Jauch liess sich lautstark feiern. Sven Gamma traf auf den grossgewachsenen Michel Schönbächler. Bis anhin verlor Gamma lediglich einen Kampf in dieser Saison. Anfangs schien die Partie ausgeglichen zu sein, doch schon bald wurde Gamma für seinen passiven Kampfstil bestraft. Schönbächler vermochte den Vorteil auszunutzen und legte noch gleich zwei punktvolle Würfe nach (0:9). Mit einer starken Defensivarbeit vermochte Gamma dem Einsiedler Punkte zu verwehren und rettete sich über die Zeit. Schönbächler gewann jedoch klar mit 12 zu 0 Punkten.

Mit einem 8 zu 10 Punkten Rückstand ging das Derby in die zweite Runde. Die nächsten fünf Kämpfe entschieden über das Siegerteam. Tanguy Darbellay kämpfte gegen den amtierenden Schweizermeister Andreas Burkard. In der Vorrunde schlug der Junioren-Schweizermeister Darbellay den Einsiedler mit 13 zu 10 Punkten. Die beiden Schweizermeister lieferten sich auch in der Rückrunde einen starken und spannenden Kampf. Die beiden Ringer schenkten sich keinen Punkt. Darbellay punktete durch einen gezielten Beinangriff und verteidigte seinerseits die Angriffsversuche des Klosterdörflers. Ein sehr beherzter Kampf auf beiden Seiten, in welchem der Walliser Doppellizenzierte die Hand oben behielt und den Fight mit 6 zu 2 Punkten für die Schattdorfer entschied. Was für eine Leistung und Beweis seines hervorragenden Formstandes, indem Darbellay den Aktiv-Schweizermeister gleich zweimal in dieser Saison schlug. Renato Kempf und Adrian Mazan hiessen die Akteure der nächsten Begegnung. Durch einen Beinangriff ging Mazan in Führung. Mit einer Beinschraube erhöhte er den Punktestand noch weiter zum 4 zu 0. Kempf blieb stets sehr aufmerksam. Ein aufmüpfiger Angriffsversuch auf Seiten von Kempf wurde durch die nahende Pause jäh unterbrochen. Mazan hatte das Kampfgeschehen jedoch im Griff und entschied den Kampf mit 10 zu 0 Punkten für sich. Nicolas Christen agierte gegen Mathias Käser in gewohnter Manier. Er machte einen sehr abgeklärten und souveränen Eindruck nach dem absolvierten Trainingslager in Heidelberg (GER). Käser hatte wenig auszurichten und wurde einmal kräftig durchgerüttelt. Beinahe jede Aktion des Urners brachten Punkte ein und so war der Kampf frühzeitig durch technische Überlegenheit entschieden (15:0). Ein überlegener Sieg und 4 sehr wichtige Punkte für Schattdorf. Mateo Dodos trat gegen Yves Müllhaupt an. Müllhaupt machte einen blitzschnellen und sehr wendigen Eindruck. Nach einem umkämpften Duell entschied der für Einsiedeln kämpfende Müllhaupt die Partie für sich und gewann mit 10 zu 2 Punkten. Da Dodos noch weitere Punkte abgab in den letzten paar Sekunden, wurde die Ausgangslage für Kim Besse etwas schwieriger. Obwohl Besse gegen Jan Neyer einen guten Kampf zeigte und mit 6 zu 2 Punkten gewann, reichte es am Ende hauchdünn nicht für einen Sieg der Schattdorfer.

Mit nur einem Punkt Differenz mussten sich die Urner mit 17 zu 18 geschlagen geben. Ein hochspannender Kampf, bei welchem der Sieg auf beide Seiten hätte fallen können oder gar ein Unentschieden drin gelegen wäre. Nur ganz wenige Aktionen und verpasste Punkte entschieden am Ende über Sieg und Niederlage. Nach sechs ausgetragenen Kämpfen nehmen die Schattdorfer nun den fünften Zwischenrang ein, die Einsiedler hingegen drangen auf Platz 3 vor. So schnell kann es gehen und die Tabelle ändert sich. Drei Punkte liegt die RRS nun hinter dem vierten Rang. Zunächst können die Teams sich jedoch ausruhen und von einem wettkampffreien Wochenende profitieren, bevor es für Schattdorf am 27. Oktober in Willisau wieder weitergeht. In der BBZ Sporthalle treffen sie ab 20.00 Uhr auf die Luzerner Hinterländer.

Die nächsten Begegnungen der RRS:
27.10.2018 Willisau Lions – RR Schattdorf
03.11.2018 RRS – RS Freiamt
17.11.2018 RR Hergiswil – RRS

Tabelle:
1. Willisau Lions
2. RS Freiamt
3. RR Einsiedeln
4. RS Kriessern
5. RR Schattdorf
6. RR Hergiswil

Fotos: Regula Epp