Saisonout trotz Sieg gegen Hergiswil!

Erneut liess bereits die Aufstellung der beiden Mannschaften ein knappes Resultat erahnen, wo jeder Punkt über Sieg oder Niederlage entscheiden könnte. Im Kampf um die Playoff-Teilnahme standen die Türen noch offen, denn sowohl für Hergiswil, wie auch für Einsiedeln und Schattdorf war der letzte Saisonkampf in der Qualifikation noch entscheidend. Gegen den amtierenden Vize-Schweizermeister konnte die RRS in der Vorrunde einen knappen Sieg von 18 zu 16 Punkten realisieren. Die Halle in Schattdorf war pumpenvoll und es waren so viele Supporter wie noch nie in dieser Saison vor Ort, um die Urner lautstark zu unterstützen. Mit dem Motto „Mit Willä, Muät und Lidäschaft“ traten die Schattdorfer gegen die Luzerner Hinterländer auf die Matte.

von Caroline Christen

Sergio Gamma trat in die Fussstapfen von Stefan Imholz und läutete das erste Duell gegen Thomas Wisler ein. Mit lautstarker Unterstützung aus beiden Fanlagern lieferten sich die beiden einen spannenden Kampf ab. Der erste Angriff wehrte Gamma ab, doch beim zweiten musste er Punkte liegenlassen. Mit einem 0 zu 5 Punkterückstand ging es in die Pause. Nach dieser gab es für Gamma den ersten Punkt aufgrund einer Passivität von Wisler. Am Boden hatte Gamma aber wenig auszurichten. Dennoch gelang es Gamma einen weiteren Zähler zum Schlussresultat von 2 zu 6 zu erzielen. Die jahrelange Erfahrung von Thomas Suppiger auf der Ringermatte bescherte ihm einen deutlichen Vorteil gegen Elias Kempf. Beide kennen sich auch aus dem Schwingsport, doch auf der Matte war Suppiger der deutliche Leader. Bereits in der ersten Aktion gab es vier Punkte für Suppiger. Kempf gelang es nicht in der Aktionszeit einen Punkt zu machen und so erhöhte Suppiger auf 5 zu 0. Kempf war stets sehr aufmerksam und er konterte Suppiger überraschend in einer aussichtslosen Situation. Er ergriff das Bein von Suppiger und bewegte den Hergiswiler über die Linie. Die dadurch erkämpften zwei Punkte wurden von den Schattdorfern wie ein Sieg bejubelt. Trotzdem verlor Kempf deutlich mit 2 zu 13 Punkten. Simon Gerig startete gegen Patrick Rölli wie von einer Biene gestochen. Schon nach neun Sekunden flog Rölli ein erstes Mal durch die Luft. Jeder Angriff von Gerig wurde mit Punkten belohnt. Wie die Feuerwehr scheffelte Gerig Zähler um Zähler auf sein Konto. Bereits nach 1 Minute und 35 Sekunden war der Kampf mit 17 zu 0 Punkten vorzeitig beendet. Es war eindeutig zu sehen, dass die Schattdorfer „on fire“ waren und die Partie gewinnen wollten. Nach jedem Kampf wurde der Funke an den nächsten Fighter weitergegeben und jeder Ringer trat mit grossem Elan auf die Matte. So war es auch im Duell zwischen Michael Jauch und Martin Suppiger. Jauch konnte sich mit einem schönen Wurf die ersten vier Punkte erkämpfen. Nach der ersten Passivität von Jauch gelang es Suppiger nicht mal eine Hand unter den Urner zu schieben und so ging der Kampf im Stand weiter. Erst nach der Pause gab es aufgrund der zweiten Passivität den ersten Punkt für Suppiger. Jauch griff bei seinem nächsten Angriff unsauber zusammen und so bot er dem Hergiswiler im Gegenzug die Möglichkeit zu punkten. Am Schluss sicherte sich Jauch einen hauchdünnen 4 zu 3 Punktesieg. Mit Sven Gamma und David Wisler gaben sich zwei Grecospezialisten die Hand. Die etwas sperrige Abwehr und das passive Ringen von Wisler führte zur ersten Banklage. Diese nutzte Gamma gleich mit zwei Durchdrehern und einem Zupacken im genau richtigen Moment zum Schultersieg aus. Er schien sogar noch genug Zeit zu haben, seinen Gegner richtiggehend korrekt hinzubetten. So gingen die Schattdorfer mit 12 zu 6 Punkten in die grosse Pause.

Nach einer Kunstturn-Darbietung ging es mit Luca Kempf und Raphael Kaufmann weiter. Kempf rückte nach einer langen Ringpause nach, um das Team zu unterstützen und die entstandene Lücke durch den verletzten Kim Besse zu stopfen. Beinahe gelang Kempf der Coup zu punkten, doch Kaufmann wusste dies zu verhindern. Der Luzerner profitierte vom Trainingsrückstand von Kempf und führte bereits zur Pause mit 13 zu 0 Punkten. Nach 20 Sekunden in der zweiten Hälfte war der Kampf dann bereits vorzeitig beendet und Kaufmann gewann durch technische Überlegenheit (0-15). Trotzdem war es eine sehr kämpferische und gute Leistung von Kempf. Als nächstes trat der Bruder Renato Kempf auf die Matte. Sein Gegner Martin Grüter erzielte die ersten Punkte. Der gross gewachsene Grüter war ein sichtlich unangenehmer Gegner für Kempf. So stand es nach rund vier Minuten bereits 0 zu 16 und der Kampf wurde wegen technischer Überlegenheit beendet. Als nächstes trat Lucas Epp gegen Julius Kurmann an. Letzterer zog gleich mit zwei Punkten davon. Bei einem Kräftemessen auf Messerschneide am Mattenrand gelang es Epp den ersten Punkt zu erzielen. Nach einer eher inaktiven Zwischenphase von beiden Ringern ging es in die zweite Hälfte. Der Hergiswiler schien erschöpfter und musste sogleich in die Banklage. Epp gelang es mit einem Durchdreher den Anschluss auf 3 zu 4 Punkte zu machen. Kurmann konterte jedoch sogleich und Epp drohte beinahe die Schulterniederlage. Er rettet sich aber aus dieser misslichen Lage. Beiden Ringern ging der Fight sichtlicht an die Substanz. Epp musste jedoch etwas unternehmen, wollte er seinen 4 zu 5 Punkterückstand noch ändern. Dies ging jedoch nicht auf und Epp verlor mit 4 zu 11 Punkten. Mateo Dodos startete gegen Fabian Aregger sehr konzentriert in die Partie. Nach einem aufmerksamen Umgreifen gelang Dodos der Konter. Beinahe konnte er den Luzerner schultern. Die Aufgabe für Dodos war klar. Er musste gewinnen, wollte er die RRS im Rennen behalten. Nach einem Viertel der Kampfzeit machte Dodos kurzen Prozess und beendete den Kampf vorzeitig mit 16 zu 0 Punkten. Der extra aus dem Vorbereitungslager in Lettland zurückgereiste Nicolas Christen trat gegen Philippe Kunz an. Mit einem 17 zu 17 Zwischenstand lag die grosse Aufgabe nun in Christen’s Hände. Mit dem Kampfwille des Wappentiers ging es nach rund einer Minute Akklimatisationszeit deutlich in eine Richtung und Christen zog mit 3 zu 0 voraus. Christen trat nicht in seiner gewohnten Spezialstilart an, doch dies schien ihn nur wenig zu stören. Er bewies eindeutig, dass er der stärkere Kämpfer ist. Souverän machte Christen Punkt um Punkt und der Sieg rückte für die Hergiswiler immer weiter in die Ferne. Christen zeigte auf, wer der Meister auf der Matte ist und gewann souverän mit 15 zu 0 Punkten. Als beste Fighter des Abends wurden Julius Kurmann und Michael Jauch gekürt.

Mit diesen letzten vier Punkte gewannen die Schattdorfer mit 21 zu 17 Punkten. Doch die Freude währte nur sehr kurz, denn die Einsiedler machten das Unfassbare war. Sie besiegten Willisau mit 20 zu 17 Punkten und ziehen deshalb hauchdünn an den Schattdorfern vorbei in die Playoffs. Schattdorf belegt somit zusammen mit Einsiedeln den vierten Tabellenrang. Hergiswil hingegen ist mit nur einem Saisonsieg auf dem sechsten Schlussrang. Für die RRS ist die Saison somit gelaufen und die Urner müssen mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Offseason gehen. Die Hergiswiler hingegen müssen nochmals ran und den Abstiegskampf gegen den Challenge League Erstplatzierten (Brunnen oder Martigny) bestreiten. Trotz dieser super Leistung und insgesamt drei Siegen reichte es für die Schattdorfer nicht in die Playoffs einzuziehen. Das Team von Michael Jauch lieferte aber dennoch gute Kämpfe ab und haben die Message „Mit Willä, Muät und Lidäschaft“ eindrücklich bestätigt. Nun gönnen wir den Urnern ihre Pause und schauen bereits gespannt auf die nächste Saison. Denn eines ist sicher, auch diese wird wieder spannend und es darf auf einige (positive) Überraschungen gehofft werden.