TeamInside: NLA-Saisonrückblick 2016 aus Sicht eines Ringers

„Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ – „Schlechte Zeiten, gute Zeiten“ !?!

von Sven Gamma

img_3559Nein, ich bin nicht verwirrt und habe auch nicht zu viel der deutschen TV-Serie konsumiert…doch meines Erachtens passt dieser Titel sehr gut zu unserer sportlichen Situation momentan!
2015 mit der überraschenden Halbfinalqualifikation darf zweifellos unter „gute Zeiten“ gewertet werden, 2016 mit dem Rückfall auf Position 5 wohl eher unter „schlechte Zeiten“.
Kein Weltuntergang, alles war nicht schlecht und manchmal braucht es eben die „schlechteren Zeiten“ um die „Guten“ wieder zu erleben. Dieser Weg ist jedoch steinig und hart. Wie auch an unserem Beispiel gesehen, ist im Sport eine Überraschung zu schaffen „leichter“ als dessen Bestätigung…denn wir werden nicht mehr auf die leichte Schulter genommen! Dieser Weg ermöglicht aber auch viele neue Chancen. Benötigt jedoch Analysen, Ideen, sowie Selbstkritik und der Wille jedes Einzelnen wieder mit der Sonnenbrille von oben zu grüssen!

Doch erstmals der Reihe nach…

Ringerhalle, Samstag Nachmittag, im September:
Wenige Stunden bis zum Anpfiff, laute Musik dröhnt aus den Boxen, einige vermummte Akteure joggen über die Matte, kleiner Smalltalk da – ansonsten herrscht konzentrierte Stille, die letzten Gramme tropfen von der Stirn und du weisst…Es ist wieder soweit! Die Ringersaison beginnt!!
Der Saisonauftakt mit dem Heimsieg gegen Einsiedeln gelang uns optimal. Oftmals ist es zu Beginn sehr schwierig einzuschätzen wo die Teams wirklich img_6812stehen. So kam uns für diesen Kampf sicherlich entgegen, dass wir mit der Gewissheit auf die Matte konnten, die stärkste RRS-Truppe aufgestellt zu haben die dieses Jahr möglich war. Was bekanntlicherweise im Verlaufe der Meisterschaft aus verschiedenen Gründen mit den Doppell-Lizenzen (Vertraglich, Einsätze Heimteam) + Verletzungen nie mehr der Fall war.
Danach unterlagen wir gegen Kriessern und Willisau klar, im Freiamt gab es mit einem stark ersatzgeschwächten Team gar richtig eins hinter die Ohren img_6872(7:29). Einzig im Heimkampf gegen Hergiswil schnupperte man so einigermassen an einer Überraschung, doch die Hinterländer zogen im Endspurt den Kopf noch aus der Schlinge. Somit war die Vorrunde auch schon Geschichte und der Blick auf die Tabelle löste keine Freudenschreie aus. Die angestrebte und dringend nötige Überraschung gegen eines der Teams auf den Playoffplätzen blieb aus und so konnten wir den Druck auf diese auch nicht erhöhen.

Zum Rückrundenstart fand man sich in Einsiedeln wieder. Die Devise war klar: Gewinnen um mit der Abstiegsrunde auf Distanz zu gehen und die (theoretischen) Playoffchancen zu wahren! Diese Aufgabe löste die Mannschaft mit Bravur. Der Kampf war für mich sinnbildlich für die Situation der beiden Teams in dieser Saison: Eine sehr wichtige Begegnung, beide Teams mit Verletzten/Abwesenden, trotzdem wurde gekämpf um jeden Zentimeter, doch img_7022vorwärts kam niemand so richtig. Auch die Stimmung im Team war danach irgendwie komisch. Einerseits die Erleichterung, dass nach hinten erfolgreich abgesichert werden konnte, anderseits auch die Gewissheit, dass nach vorne wohl kaum mehr was geht dieses Jahr.
Eines blieb aber auch diese Saison bestehen. Es scheint, dass wir uns in der Rückrunde wirklich wohler fühlen. Nach der Siegesserie im letzten Jahr (Siege gegen Einsiedeln, Freiamt, Hergiswil und Kriessern), bestätigt dies der Blick auf die Resultate auch in der diesjährigen Meisterschaft. Zu weiteren Siegen reichte es leider nicht, doch in einem sehr intensiven Kampf gegen Kriessern und zum Saisonschluss gegen Willisau konnten wir je 5 Einzelsiege erringen und mussten einzig aufgrund weniger hohen Siegen als Verlierer von der Matte.
img_7142Ach ja, diese Freiämter…auch im Rückkampf liessen sie uns keine Chancen. Ich hoffe, dass ihre Revanche-Gelüste nun etwas gestillt sind für das frühzeitige Scheitern gegen uns im letzen Jahr! Nein im Ernst, ihre Entwicklung hat mich teammässig am meisten beeindruckt. Vom 5. Rang innerhalb eines Jahres mit der (fast) gleichen Mannschaft zu einem heissen Finalanwärter. Hut ab, da ging was!
Den Hut ziehen darf man auch vor unseren „Oldies“ Stephan Imholz und Michi Jauch. Sie stellen sich nach wie vor in den Dienst der Mannschaft, was sehr wichtig ist. Der eine scheint seine „Geheim“-Waffe gar erst so richtig gewetzt zu haben…
Geheim bleiben auch die Aufnahmen der Home-Party bei Christen`s in Luzern nach dem letzten Kampf in Willisau. 😉

Sooo, das war sie auch schon wieder, die Ringersaison 2016, leider etwas früher zu Ende als erhofft.
Aber das nach dem letztjährigen Playoff-Abenteuer die Erwartungen steigen ist auch gut so.
Nun, positiv ist, dass wir mehr Zeit haben über die Bücher zu gehen, um die Erwartungen im nächsten Jahr wieder zu erfüllen.
Ich bin optimistisch, dass wir die richtigen Schlüsse ziehen werden und zusammen den Turnaround zu „guten Zeiten“ wieder finden. Diese Momente des grenzenlosen Jubels in der Halle, wie z.B. im letzten Jahr gegen Freiamt Zuhause, motivieren mich personlich dabei!

An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an unsere treuen Fans + Sponsoren! Nicht zuletzt dank euch kann + nimmt man diese Strapazen gerne auf sich und hält es zwischendurch einige Momente länger aus im Kampf, Training oder Sauna 😉 Danke!

Packe WIR es an!

Mein Medallien-Traum lebt!!
Sven