Favoriten gaben sich keine Blösse!

Die von den einheimischen Fans zum Auftakt der neuen Staffelmeisterschaft insgeheim erhoffte Überraschung blieb vor rund 300 Kiebitzen Wunschdenken.

von Ruedi Ammann

Vielleicht spielte am Samstagabend bei den RRS-Akteuren selbst deren Wissen um drei Absenzen – WM-Teilnehmer Nicolas Christen, den weiterhin verletzten Teamtrainer Michi Jauch sowie Heinz Zberg – eine unterschwellige Negativrolle. Doch bleibt anzumerken, dass auch die Luzerner einige namhafte Tenöre nicht zur Stelle hatten. Alles in allem erhielten die Urschweizer eine eigentliche Klatsche verpasst, die derart brutal eigentlich nicht hätte ausfallen müssen (oder dürfen?). Jedenfalls erhielten die Schattdorfer aufgezeigt, dass es auch diese Saison sehr schwer sein wird, unter die besten Vier respektive ins Halbfinale vorzustossen.

Erster Sieg im dritten Duell
gamma sve willisauzederDie Vorzeichen für Stephan Imholz, zum Auftakt im 57-kg-Gewicht (Freistil) gegen Matthias Schwegler die Kastanien aus dem Feuer holen zu können, standen zum Vorneherein schlecht, hatte sich der Präsident der Ringerriege Schattdorf doch wenige Tage vor dem Wettkampf eine leidige Angina zugezogen. Prompt handelte sich der Schattdorfer einen happigen 2:14-Rückstand mit anschliessender Schulterniederlage (0:4) ein. Im obersten Gewicht (Greco) geriet Andi Murer, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte, gegen Martin Steiner klar unter die Räder, um mit dem 1:11 immerhin einen Zähler für seine Truppe ins Trockene zu bringen. Sven Gamma zog im dritten Fight des Abends (61 kg, Greco) gegen Simon Zeder souverän mit 2:0 in Front um anschliessend mit einer Viererwertung alles klar zu machen (6:2-Punktesieg). Eine gegnerische Maximalwertung kam erst Sekundenbruchteile nach Ablauf der Wettkampfzeit zustande, wie die Konsultation des Chronometers durch den souverän arbitrierenden Kampfrichter Sven Ewert aufzeigte… Elias Kempf (97 kg, Freistil) fand gegen den starken Andi Reichmuth kein Rezept. Der 15-fache Urner Kranzschwinger lag 13 Sekunden vor Wettkampfende hoffnungslos im Hintertreffen (0:15) und hatte dem Willisauer sämtliche vier Wertungseinheiten zu überlassen. Der zurzeit in der Rekrutenschule (Kloten) weilende Simon Gerig (65 kg, Freistil) ist bezüglich Trainingseinheiten verständlicherweise etwas im Verzug, was sich gegen Lukas Bossert negativ auswirkte. Zwar krempelte Ersterer seinen frühen 0:3-Rückstand noch um (4:3), vermochte aber in der Folge den ungestümen Angriffen seines Gegners nichts Gleichwertiges mehr entgegenzusetzen: Punkteniederlage (7:11). Die Teamzwischenbilanz sprach zu diesem Zeitpunkt bereits eine deutliche Sprache. Schattdorf lag mit 4:14 klar in Schieflage.

Ruedi Apperts Höhenflug
Die Verstärkung der Ringerriege Schattdorf, Ruedi Appert aus Brunnen, erhielt im ersten Wettkampfteil der zweiten Halbzeit einen Schuss vor den Bug verpasst, holte danach indessen auf und entschied das Duell gegen Nik Bossert im 86-kg-Gewicht (Greco) zu seinen Gunsten (6:4). Seine erste dodas matteo ukrVorstellung in den Reihen der RRS gab danach in der 70-kg-Kategorie (Greco) Mateo Dodos. Der 20-jährige Luzerner Hochschulstudent mit kroatischen Wurzeln trat gegen den amtierenden Schweizermeister Roger Heiniger auf die Matte. Er lief seinem Widersacher ins offene Messer, um die Waffen denn auch klar streichen zu müssen (1:19). Schattdorfs Rückstand auf die Gäste war zu diesem Zeitpunkt bereits auf 7:19 angestiegen. Im drittletzten Duell des Abends trat Lucas Epp in der 80-kg-Klasse (Freistil) gegen Nationalkadermitglied und EM-Teilnehmer Samuel Scherer an. Dieser liess überhaupt nichts anbrennen, um nach dem 8:0 gleich auch die Schulterniederlage seines Kontrahenten zu besiegeln. Pascal Gisler (74 kg, Freistil) trotzte Kilian Aregger während längerer Zeit, hatte nach dem 4:4 aber die Waffen zu strecken (Punkteniederlage, 4:8). Schliesslich versuchte noch Renato Kempf im 74-kg-Gewicht (Greco), gegen Sven Hirschi einen positiven Akzent für seine Formation zu setzen – doch vergeblich. Nach dem 1:5 handelte sich der Schattdorfer gar eine Schulterniederlage ein, was zur 8:29-Gesamtniederlage der Urschweizer führte. Zweifellos um einiges zu hoch für die sichtlich enttäuschten Gastgeber.

In anderthalb Wochen gegen Einsiedeln
Das kommende Wochenende ist in der Hutter League (NLA) einsatzfrei. Den nächsten Fight hat das Team aus dem alten Urner Landsgemeindedorf dann acht Tage später in Einsiedeln zu bestreiten. Die Schwyzer verloren zum Meisterschaftsauftakt im Freiamt mit 15:25 (Kriessern bezwang Hergiswil 22:15). – Am 19. September steigt auch Schattdorfs zweite Staffel in die neue Meisterschaft 2015