Urner Höhenflüge im Wallis – Schweizermeister Nicolas Christen

Mit neun Wettkämpfern reiste die Ringerriege Schattdorf unter der Führung von Aktivtrainer Bernhard Gisler und seinem Sohn Erich Gisler, Schülertrainer, an die nationalen Meisterschaften ins Wallis. Wie schon bei den Freistilmeisterschaften vor einem Monat prägten die Urner Ringer die Meisterschaften entscheidend mit. Sieben Medaillen (1x Gold, 4x Silber, 2x Bronce) wurdenin den Gotthardkanton entführt.

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Kadetten: Fünfter Titel für Nicolas Christen
Simon Gerig startete in der 46 kg Gewichtsklasse, wo er fünf Gegnern gegenüberstand. Nach dem Startsieg musste sich der Schattdorfer zwei Mal geschlagen geben, bevor er wieder zwei klare Siege realisieren konnte. Die Broncemedaille war ihm somit sicher.

In der Kategorie 54 kg startete Renato Kempf. Die ersten beiden Gegner besiegte der Bürgler nach Punkten, was ihm die Finalqualifikation einbrachte. Dort sah er sich dem Freiämter Randy Vock gegenüber, welcher vor Monatsfrist bereits den Freistil-Meistertitel erkämpft hatte. Der Urner kämpfte beherzt, musste aber die Matte mit einer technischen Niederlage verlassen, durfte sich aber zu Recht als Vize-Schweizermeister feiern lassen. Für den Nachwuchs-Kaderringer ein weiterer Schritt nach vorne.

Fabian Epp und Nicolas Christen zierten das Startblatt bis 58 kg. Fabian Epp startete mit einem Punktesieg und stiess im zweiten Kampf auf den nachmaligen Finalisten David Wisler aus Hergiswil LU. Beide Kampfrunden gingen mit 0:2 Punkten an den Luzerner. Der Attinghauser liess den Kopf aber nicht hängen und beförderte den nächsten Kontrahenten auf die Schultern. Somit stand er im kleinen Final um die Broncemedaille Dini Ismajili gegenüber. Gegen ihn hatte Fabian Epp vor Monatsfrist zwei Mal im Freistil gesiegt. Doch im griechisch-römischen Stil beanspruchte der Freiburger dieses Mal das bessere Ende für sich. Mit 3:4 und 2:5 Punkten sah sich der Urner auf den undankbaren vierten Schlussrang verdrängt.

Nicolas Christen startete seinen Part mit einer technischen Ueberlegenheit und bekam es dann mit Roman Zurfluh, Freiamt, zu tun. Diesen Gegner besiegte der Rothenburger vor einem Monat im Freistil-Final nach Punkten, und auch dieses Mal gestaltete Nicolas Christen den Kampf siegreich (3:0 und 2:1 Punkte). Der Finalgegner hiess David Wisler, Hergiswil LU. Diesen Fight dominierte der Urner von Beginn weg und sicherte sich mit 4:0 und 7:0 Punkten seinen fünften Meistertitel.

Mario Arnold zeigte sich in der Kategorie 63 kg von seiner stärksten Seite. Der kräftige Silener musste sich zwar im ersten Kampf mit seinem Klubkollegen Jan Reinhardt messen, welchen er nach Punkten besiegen konnte. Doch dann durfte er sein Können gegen Ringer von anderen Vereinen zeigen. Im zweiten Kampf beförderte er seinen Widersacher nach kurzer Zeit auf die Schultern. Im Duell für den Finaleinzug besiegte er den mehrfachen Schweizermeister David Hungerbühler, Kriessern, respektlos und überlegen mit 6:3 und 4:0. Um die Goldmedaille hiess der Gegner Fetahu Hajrullah, Oberriet-Grabs. Dem mehrfachen und aktuellen Schweizermeister im Freistil musste Mario Arnold die Ueberlegenheit zugestehen und verlor nach Punkten (1:3 und 0:6). Doch über den Vize-Schweizermeistertitel durfte sich der Urner mehr als freuen.
Im gleichen Gewicht startete Jan Reinhardt. Nach der Startniederlage gegen seinen Klubkollegen Mario Arnold liess der Bürgler zwei Punktesiege folgen. Im vierten Kampf war aber der Gegner aus Weinfelden in der Person von Roger Junker, dem nachfolgenden Broncemedaillengewinner, eine zu hohe Hürde. Mit zwei Siegen und zwei Niederlagen klassierte sich Jan Reinhardt auf Rang 8.

In der ‚schwersten‘ Gewichtsklasse startete Bence Dvorak. Auf dem Weg in den Final durfte er sich zwei überlegene Punktesiege notieren lassen. Der Finalgegner hiess wie vor einem Monat im Freistil Philipp Hutter, Kriessern. Und auch dieses Mal hätte der Sieger aus dem Urnerland kommen müssen, doch der Kampfrichter durchquerte dieses Resultat. Bence Dvorak hatte seinen Kontrahenten mehrfach über die Schultern gedreht gehabt, doch blieb der Pfiff des Unparteiischen aus. Im Gegenzug vermochte der um fast zwanzig Kilogramm schwerere Ostschweizer den in Attinghausen wohnhaften Kollegischüler auf die Schultern zu befördern. Der Vizemeistertitel ist ein freudiges, aber mit viel Wehmut versehenes Ergebnis.

Junioren: Silber und Bronce
Sven Gamma trat mit dem Handicap, drei Wochen wegen einer Rippenverletzung nicht richtig trainiert haben zu können, zum Wettkampf an. Vier Gegner standen ihm in der Kategorie 60 kg gegenüber, welche allesamt in seiner Reichweite lagen. Der erste Kampf wurde erst in der Barrage entschieden, wobei der Gegner mit 0:1 Punkten obenaus schwang. Dieser Niederlage folgte ein knapper Punktesieg, bevor in Runde drei der nachmalige Schweizermeister aus Willisau zu stark war und den Schattdorfer auf die Schultern beförderte. Sven Gamma rappelte sich aber wieder auf und reihte zum Schluss noch einen Schultersieg hinzu, was ihm den Gewinn der Broncemedaille einbrachte.

Andi Murer traf im Gewicht bis 96 kg auf lediglich zwei Gegner. Der Ausgang der Kämpfe war schwer vorauszusehen, waren doch alle drei Ringer etwa dem selben Niveau einzuordnen. Dies bewahrheitete sich dann auch, konnte doch jeder Kämpfer je einen Sieg verbuchen. Andi Murer hielt das bessere Ende gegen Pascal Süess, Thalheim, mit einem Punktesieg in seinen Händen. Gegen den anderen Kontrahenten, Simon Helbling aus Tuggen, führte der Seedorfer in der ersten Runde mit 3:1 Punkten, bevor der Urner zu viel Risiko einging und bei einer Aktion ‚unter die Räder‘ kam und auf die Schultern verlor. Andi Murer durfte sich schlussendlich die Silbermedaille umhängen und sich zum Vize-Schweizermeister gratulieren lassen.

Fazit: Die Schattdorfer Ringer zeigten diesen Winter bei den Titelkämpfen der Kadetten und Junioren meisterliche Leistungen und etablierten sich an der Spitze der Klubrangliste.